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Sapa Exkurs: Des Kaisers neue Kleider

Freitag, 13. Februar 2009 4:58

Anbei ein kurzer Abriss in Wort und Bild über „how to sell stuff to a female tourist - the hmong way”.

  1. Ansprechen und über die Lebensgeschichte ausfragen.
  2. Nicht von der Seite weichen, „keep talking”!
  3. Mit kleinen Aufmerksamkeiten…
  4. … und Liebenswürdigkeiten…
  5. … die natürliche Distanz verkürzen.
  6. Ähnlichkeit demonstrieren, Distanz vollständig eliminieren.
  7. Vertrauen zu 100% gewinnen, in dem man seine eigenen Wertsachen bereitwillig aushändigt
  8. 5 Meter vor dem Mittagessen - Zuschlagen! Der Tourist hat hier bereits ein so große emotionale Bindung (und außerdem Hunger), das er sehr wahrscheinlich irgendwas ohne zu verhandeln kaufen wird, nur um die Person die einen so nett durch Schritt 1 - 7 (und die gesamte Wanderung hindurch) begleitet hat nicht zu enttäuschen. Es funktioniert! Hiervon gibt es leider kein Photo, da ich selbst belagert wurde Vietnam Vertrieb Trekking Sapa Hmong  Sapa Exkurs: Des Kaisers neue Kleider

 

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Thema: Motiv Serien | Kommentare (6) | Autor: Ahmed

Sapa

Freitag, 13. Februar 2009 4:44

Im Nordwesten Vitenams gelegen, ist aus dieser ehemaligen Bergstation, die 1922 von den Franzosen errichtet wurde, ein Touristenmagnet geworden. Vom nördlichen Hanoi bis zum zentralen Hue lassen sich diesbezüglich in nahezu jedem Hotel bzw. Tourismusagenturen mehrtägige geführte Touren buchen. Trotz allem hat sich „Sa Pa” bis dato den Charme eines ruhigen Bergdorfes bewahrt. Auch einheimische Vietnamesen aus der Umgebung finden gefallen an den dortigen Gegebenheiten. Im Schatten des Fansipan der, der mit 3143 Meter den höchsten Berg Vietnams im dortigen Hoang-Lin-Gebirge stellt, lässt es sich ganz ausgezeichnet Wandern. Reisterassen, Bambuswälder, Wasserfälle, Bäche und Flüsse bilden hierbei die typische Kulisse. Die klassischen Routen sind leicht zu schaffen. Der Fansipan selbst ist für geübte Wanderer in zwei Tagen zu meistern. Angst vor Schlangen und Spinnen sollte man jedoch nicht haben. Auf Pfaden der Ureinwohner, der Hmong, lassen sich bequem deren Behausungen rund um Sapa erreichen, in denen man häufig auch übernachten kann. Die Hmong, liebenswerte kleine Menschen mit typischen Trachten die sie tatsächlich auch jenseits des Tourismus tragen, begleiten einen dabei gerne in der Hoffnung etwas ihrer Handwerkskunst (Stoff und Schmuck, leider zu häufig „Made in China”) verkaufen zu können. Zwar kann es nach dem zwanzigsten mal erzählen woher man komme, wie alt man sei, ob man verheiratet ist, wie viele Kinder man hat und ob man denn nicht doch etwas kaufen möchte etwas nerven, aber böse kann kann man ihnen nicht sein, denn sie sind so winzig… und lachen quasi immer - das steckt an. Wer kaufen will kann das tun, zwar sind die Preise überteuert, aber „viel” Geld ist es für einen Europäer nicht. Des weiteren lassen sie sich gerne auf Handel ein, ja sie erwarten es sogar. Wer nicht kaufen will kann das ebenfalls, einfach sagen man habe kein Geld dabei, ggf. auch mehrfach wiederholen und schon schwindet das Interesse. Diese Art der Arbeit wird übrigens nur von Frauen und Kindern betreiben, die Männer der Hmong… haben offensichtlich besseres zu tun… irgendwas mit Happy Water. Vietnam Ureinwohner Trekking Sapa Hmong Fansipan  Sapa
Eine viel sagende Tatsache ist, das zwar jedes Dorf der Hmong eine (ansehnliche) Schule besitzt, die die vietnamesische Regierung dort mitsamt vietnamesischen Lehrkörper stellt, diese jedoch weitestgehend gemieden werden. Anscheinend gibt es diesbezüglich eine Angst vor vietnamesichen Einflüssen. Andere Einflüsse wie TV in jeder Hütte, Karaoke und Schlümpfe-Techno fielen jedoch auf äußerst fruchtbaren Boden. Da bedingt das eine wohl das andere.

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Thema: Motiv Serien | Kommentare (2) | Autor: Ahmed

3 Tage Trekking Sapa

Freitag, 13. Februar 2009 4:31

06.02. Freitag Ankunft mit dem Zug in Lo Cai um 5 Uhr morgens verbunden mit unsanftem aber effektivem Wecken durch den Schaffner, mittels mehrfachen Schlägen mit der Eisenstange auf unser Wagenabteil. Dann schlaftrunkene Weiterfahrt im vollbesetzten Minibus zum im Nebel und in den Bergen gelegenen Hotel in Sapa. Hier gibt es die Möglichkeit einer Dusche in einem zwar eiskalten und übelst runter gerockten Zimmer (hier gibt es leider in den Hotels trotz winterlicher Temperaturen keine Heizungen!?), das aber wenigstens über warmes Wasser verfügt. Ein einfaches Frühstück mit vietnamesichen Kaffee (immerhin geibt es diesen!) folgt und um 9:30 Uhr geht es auch schon an den Trekking Start mit unserem Guide „Butterfly” in unserer 9 köpfigen Gruppe sowie in Begleitung von einer Gruppe Ha Mong Dorfbewohnern. Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, ist, dass die Bewohner der Bergdörfer sich in jedem Hotel bereits eine Trekkinggruppe aussuchen, die sie auf ihrer Wanderung bis zum ersten Dorf begleiten (oder besser gesagt sich wie Kletten an die Fersen heften). Wir hingegen befanden uns als Neuankömmlinge noch in dem Irrglauben, dass die süßen kleinen Dorfbewohner in Ihren Trachten in Sapa wohl zur Schule gehen würden. Schnell eines Besseren belehrt, hatte jedes Mitglied unserer Gruppe gleich 2 kleine Trachtendorfbewohner als stetige Begleiter links und rechts neben sich laufen, die uns über uns, unser Land und unsere Familien ausfragten und uns regelmäßig mit kleinen, selbst gebastelten Geschenken aus Farn (kleine Pferdchen, Haarkränze, Herzen, …) versorgten. Interessant zu sehen war, dass selbst die jüngsten Bewohner ein sehr gutes Englisch sprachen, welches sie ausschließlich von den den ganzen Touristen im Laufe der Zeit gelernt haben! Vorbei ging es an Reis Terrassen, nebligen Tälern, Büffeln, Wildschweinen und Bambuswäldern in Richtung des ersten Dorfes. Nach der 3 stündigen Begleitung (ich hatte mich zwischenzeitlich schon selbst zu einer Ha Mong verwandelt) wurde uns schnell klar, was die Geschäftsidee hinter der persönlichen Begleitung ist: Shopping! Kaum im Dorf angekommen wurde uns selbst gesticktes und Schmuck in Massen angeboten, was wir auch brav (denn die herzliche Betreuung war wirklich sehr umfangreich und man konnte viel über die Bewohner erfahren) zu absolut überteuerten Preisen abkauften. Als nach dem Mittagessen (Nudelsuppe mit Stäbchen - aber auch hierin sind wir mittlerweile Meister!) allerdings bereits die nächste Gruppe parat stand uns auf dem nächsten Abschnitt zu begleiten, nahmen wir dies bereits weit aus reservierter in Anspruch. Am Endziel angekommen und der letzten Shoppingversuche entkommen, wurde die Homestay Unterkunft besichtigt und das Abendessen bereitet. Pommes mit Chili und Zucker (sehr seltsame aber gute Zusammenstellung) und Happy Water (denn Alkohol darf man nicht reichen) vom Hausherren wurden gereicht, bevor man am Feuer den Tag gemütlich ausklingen lies (die Lehrstunde des Abends bestand darin mittels eines Bambusrohres das Lagerfeuer am brennen zu halten, was uns dank einer besonderen Fernkampftechnik und mehrmaligem Üben auch perfekt gelang). Im Hintergrund klang aus einem der Hütten noch entspannte Aprés Ski Musik, die aber dem Himmel sei es gedankt nur eine CD anhielt. Entgegen der Vermutung, dass die Nacht sehr kalt und hart werden würde, gaben die Matratzen und die extrem dicken Decken ihr bestes, um uns vor dem Erfrieren zu retten…

 

07.02. Samstag Trekking Teil II - Besuch 2 weiterer Bergdörfer und eines sehr schönen Wasserfalles. Rückkehr nach Sapa ins eiskalte Hotel. Erst duschen, dann Essen (wie bereits erwähnt, schmeckt uns alles, da wir Garküchenerprobt sind) und zum Abschluß ein Besuch auf dem Nightmarket. Hier fragen wir uns allen Ernstes weshalb wir uns eigentlich für viel Geld in Deutschland bei Globetrotter ausgerüstet haben, denn auf dem Markt gibt es alles vom Trekking Rucksack in allen Größen, bis hin zu Klamotten und Schuhen - und das für nur einen Bruchteil des Preises in Deutschland. Ob es wohl daran liegt, dass all diese Dinge „Made in Vietnam” sind??? Für alle, die also ebenfalls auf Reisen begeben, können wir nur empfehlen: spart Euch das Geld in Deutschland und verlängert Eure Reise lieber um das Ersparte, in dem Ihr Euch in dem Land ausstattet, welches das komplette Equipment auch herstellt! Wir kaufen natürlich nichts und sparen damit, denn wir haben ja schon alles….

 

08.02. Sonntag Frühstück und Besuch des Villages Cat Cat mit Freilichtmuseums und Wasserfall - Rückkehr nach Sapa mit Besuch des Marktes. 16 Uhr Abreise Sapa Richtung Loa Cai Bahnhof - hier treffen wir beim Warten auf den Zug noch einen netten litauischen, in den Staaten lebenden Menschen (Viettel oder so), der uns mit ein paar guten Reisetips versorgt (u.a. www.seat61.de) - Um 21:00 Uhr geht der Nachtzug im 6er Softsleeper wieder von Lo Cai nach Hanoi zurück - wieder Erwarten ist unsere Befürchtung nicht eingetreten, dass wir einen Hardsleeper (Holzbett) erwischt haben! So schaffen wir es nach ein paar Bier Ha Noi mit Viettel sogar zu schlafen…

 

09.02. Montag Ankunft Hanoi Bahnhof um 5:30 Uhr. Fußmarsch zum Hotel (ohne Karte - denn das Lonely Planet Problem besteht leider noch immer!) vorbei an Frühsport treibenden Vietnamesen am See (man bedenke alles vor dem Sonnenaufgang) - großes Glück gehabt im Zimmer um 8:30 Uhr einchecken zu können - Körperpflege und Zugdunst entfernen! - Schlaf nachholen. Die erste Laundry für die Trekkingklamotten folgt und wir buchen eine 2 Tages Tour in die Halong Bay und Cat Ba mit dem Boot - Garküche die III folgt. Echter Reisschleim mit Chili und Knoblauch satt, auf das wir uns auch bloß selbst nicht mehr riechen können. Lerne: auf den Boden gefallene Eingeweide von den Hühnern, werden einfach abgekocht und wandern zurück ins Essen… Am Besten nicht hin gucken geschweige denn drüber nachdenken!

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Thema: Unterwegs | Kommentare (8) | Autor: Martina