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Cruz del Cóndor

Samstag, 13. Februar 2010 7:00

Gegen Mittag des zweiten Tages hatten wir es dann geschafft. Wir standen endlich an einem sehr sehr, sehr hohen Felsabhang, nur übertrumpft von der gegenüber liegenden, bzw. stehenden, Felswand des Canyon Colca. Über 3.100m geht es hier in die Tiefe und der Canyon ist hier recht eng, was die Tiefe nochmals betont. Nach dem wir uns an diesen Anblick und die Höhe etwas gewöhnt hatten, legten wir uns so gleich auf die Lauer und… wurden prompt belohnt! Ja wirklich, zahllose Touristen müssen diesen Platz unverrichteter Dinge verlassen, uns zeigte sich nach 15 Minuten gleich eine ganze Condor Familie. Einer nach dem anderen zogen die (bis zu 3,25m Spannweite großen und bis zu 70 Jahre alten) Aasfresser anmutig ihre Bahnen und kreuzten unseren Blick in nur 15m Distanz. Fast zum greifen nahe, wäre da nicht der bodenlose Abgrund. Anbei einige Schnappschüsse.
Hatten wir hier Glück mit den Vögeln, hatten wir vorher das Pech das der Autofokus meiner Kamera (bzw. des Objektivs) in den letzten Tagen den Geist aufgegeben hat. Scharf ist was anderes, aber von Hand bei einem sich bewegenden Objekt… Na ja, dass muss ich jetzt halt üben. Ersatzobjektive auf die Schnelle gibt’s erst wieder in Ländern und Städten mit gut betuchten Endkunden.

Auf dem Rückweg haben wir noch bei einem Bergdrof namens Yanque Rast gemacht. Dort wurden wir Zeuge einer Beerdigung, die wir aber aus Pietätsgründen undokumentiert ließen. Ebenfalls unbeachtet sollten Touristen die Einheimischen lassen, die gefährdete Arten wie den Anden Adler, zur Schau stellen. Sehr traurig zu sehen, das auch „gebildete“ europäische Touristen diese Warnung einfach nicht verstehen (wollen) und fleißig dafür bezahlen sich mit dem gefangenen Vogel auf dem Arm oder Kopf ablichten zu können und somit dieses illegale Geschäft zu Lasten der wenig verbliebenen Tiere bestätigen und fördern. Nach dem Motto: „Coool! Condor und Adler im Fotoausflugsdoppelpack!“ *Knips,Knips,Knips*…

Bleibt zu sagen das der Ausflug recht schön war und empfehlenswert ist. Aber Achtung, wer hier groß Aktivität erwartet wird enttäuscht. Im wesentlichen ist es Busfahren, Essen, Fotografieren. Wer Aktivität möchte, sollte hier eigenständig herkommen. So lassen sich z.B. von Yanque aus wunderschöne Hikingausflüge in die Umgebung machen. Wir machen uns jetzt erst mal auf den Weg Richtung Puno, um den Titikakasee zu besuchen.
Bis dahin!

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Pre-Inka und Inka Terrassen im Cañon Colca

Freitag, 12. Februar 2010 7:00

Am nächsten Morgen ging es weiter im Bus, den Canyon Colca entlang. Heutiges Ziel: „Cruz del Cóndor“, um – Überraschung – Condore zu sehen. War der gestrige Tag schon sehr sehenswert, gab es heute auf dem Weg echte Canyon Impressionen. Hier präsentierte sich uns eine Weite, die wir so nicht erwartet hatten. Hier verliert sich der Blick auf den Fotos schnell, so voll von winzigen Details sind sie – Terrassen, Fluss, Bäume, Dörfer… gerade die letzten 3 Bilder. Es wirkt live einfach am besten. Hat man eine Tour gebucht, so sollte man nicht zögern den Fahrer um eine Fotopause zu bitten. Aussichtspunkte mit Haltemöglichkeiten gibt es genug.

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Auf nach Chivay

Donnerstag, 11. Februar 2010 7:00

Wie erwähnt hat das Umland Arequipas einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. So machten wir uns also auf den Weg zum bekannten Canyon Colca. Dies lässt sich am einfachsten über eine 2 Tages Tour bewerkstelligen. Den ersten Tag verbringt man dabei leider zu 80% im Bus sitzend, mit einigen Zwischenstopps, um zu essen oder anderen biologischen Notwendigkeiten nach zu gehen. Allerdings ist die Fahrt sehr „scenic“. Durch die Reserva Nacional Salinas y Aguada Blanca über kahle Anden Plateaus, die so genannten „altiplano“, überquert der Bus den höchsten Punkt bei eisigen 4.800m, um dann die Abfahrt nach Chivay zu meistern. Bis dort hin hat man Andenlandschaften wie aus dem Bilderbuch, Alpacas, Vicuñas und zahllose Lamas gesehen, sowie viele farbenfroh gekleidete „Indiginas“ mit ihren Bauchläden fotografieren dürfen – vorher etwas zu kaufen hilft.
Chivay ist mit ihren 4600 Einwohnern die Hauptstadt im Canyonland. Viele Unterkünfte, Restaurants und sogar einige irre lahme Internetverbindungen in Cybercafes zeigen, dass man sich hier auf Touristen eingestellt hat. Da es abends recht frisch wird, ist ein Besuch in den hiesigen Thermalquellen sehr empfehlenswert. Die Nacht lässt sich weiterhin mit dem Besuch einer der zahlreichen Peñas (folkloreistische Tanzshows zum Mitmachen, mit Essen und dem Nationalschnaps Pisco) etwas erwärmen.

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Monasterio Santa Catalina – In dem Kloster wären wir auch Nonne geworden

Mittwoch, 10. Februar 2010 7:00

Auch wenn man kurz vom Koloniale-Gebäude-Koller steht, hier sollte man reingeschaut haben. Kloster, ist allerdings ein wenig untertrieben. Es handelt sich eher um eine kleine Stadt in der Stadt.
1579 als Elite Kloster für die Töchter der best betuchtesten Familien gegründet, verlebten die angehenden Nonnen ihre Tage in „Saus und Braus“ mit dem gleichem Luxus und Komfort den sie von Zuhause gewöhnt waren. Allerdings hinter hohen Mauern, mehr oder weniger im Geheimen. Nach vielen Jahren wurde dies jedoch grundlegend geändert. Auch mittellose Novizinen wurden nun zugelassen, allerdings sank der Standard und Komfort dann auch auf das strikte enthaltsame Niveau anderer mittelloser Klöster. Bis 1970 „dümpelte“ das Kloster mehr oder weniger geheim und unbeachtet vor sich hin. Als es dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, fand man nicht weniger vor als ein riesiges lebendes Museum in dem die Zeit irgendwo zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert stehen geblieben zu sein scheint. Ein Viertel des Klosters wird nach wie vor genutzt und bleibt der Öffentlichkeit verschlossen.

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Arequipa, die weisse Stadt

Dienstag, 9. Februar 2010 7:00

Wenn einem die typischen Küsten nahen Städte Perus bekannt sind, bringt Arequipa im Schatten des aktiven Vulkans El Misti eine willkommene Abwechslung. Die zweitgrößte Stadt Perus hat es in sich. Sie ist das politische und kulturelle Zentrum des Südens. Sie hat auch nach zahlreichen zerstörerischen Erdbeben ihren kolonialen Charme erhalten können und zahlreiche feudale Gebäude und Höfe stehen dabei im krassen Kontrast zu dem was man bisher von Peru kennen gelernt hat. Das zum Bau verwendete vulkanische Gestein „Sillar“ ist im Vergleich zum typisch peruanisch rot-braun unverputzten Lehmziegel farblich eine erfrischende Ausnahme. Es „glänzt“ geradezu weiss in der Sonne, was Arequipa den bekannten Beinamen „die weisse Stadt“ beschert hat. Im historischen Stadtzentrum (UNESCO Weltkulturerbe) gibt es unzählige Museen, Handkunstwerk- und Antiquitäten Läden, die für Kenner (rund um das 16. Jahrhundert) sicherlich ein Schmankerl nach dem andern zu bieten haben. Zahlenmäßig übertrumpft werden diese Läden von Restaurants jeglicher Couleur. Wir waren zwar nicht häufig essen, das was wir jedoch probiert hatten war exzellent, wenn auch preislich stets kostspielig. Das schöne an an diesen Läden ist, dass sie versuchen das koloniale Ambiente beizubehalten und so den Charme der Stadt gut erhalten. Einige der größeren historischen Gebäude wurden an Banken verkauft, die das entsprechende Geld für Instandhaltung und Restauration mitbrachten und dafür garantierten das nichts verändert wird.
Neben der kolonialen Stadt selbst, lassen sich von Arequipa aus auch leicht andere Sehenswürdigkeiten und einige natürliche Highlights in der nahen Umgebung besuchen. Zum Beispiel, diverse pre-Inka und Inka Anbaugebiete, die hiesigen Vulkane, der tiefste Canyon der Erde, der zweit tiefste (der Colca Canyon, ca. 3.000m), um Condore zu beobachten. Aber mehr dazu in einem anderen Bericht. Wir fanden es hier jedenfalls Klasse, Arequipa ist ein must-see wenn man in Peru ist.

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