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Chichén Itzá” & Exkurs zum Maya Kalender

Montag, 10. August 2009 21:25

Zu den „must do’s” für den kulturell interessierten Besucher der Yucatán Peninsular gehört mindestens ein Besuch einer der zahlreichen historischen Maya Stätten. Chichén Itzá stellt diesbezüglich die am besten restaurierte Stätte dar, die mit ihren Gebäuden einen guten Einblick in die Maya-Welt zwischen dem 8. und 14. Jahrhundert gewährt. Eine Zeit in der sich gerade im ersten Viertel aus Maya Sicht vieles veränderte. Die Zeit als die Toltec aus dem Norden Mexikos für das Ende der klassischen Maya Periode (250-925AD) sorgten und mit ihren technologischen und kulturellen Einflüssen die so genannte post klassische Periode (925-1530 AD) einleuteten. Dem entsprechend präsentiert sich Chichén Itzá durch eine konsequente Mischung aus klassischer Maya Puuc Architektur und dem mexikanischen Hochlandstil der Toltec. Abbildungen von sowohl Chac-Mool dem schlangenähnlichen Regengott der Mayas, als auch Quetzalcóatl, dem gefiederten Schlangengott der Toltec sind hier in großer Stückzahl zu finden. Blutige Opferrituale erfuhren zu dieser Zeit ihren Höhepunkt, auch dies ist auf zahlreichen Gravuren zu erkennen. Wenn man sie zu Gesicht bekommt, denn leider sind die Gebäude von Chichén Itzá mit einer einzigen Ausnahme z.Z. nur von außen zu besichtigen.

Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender

Das architektonische „Filetstück” in Chichén Itzá ist ohne Zweifel „El Castillo” bzw. die Pyramide des Kukulcán (Maya für Quetzalcóatl). Die wie ein Mantel auf einem klassischen Tempel (der bis heute einen roten Thron des Jaguars und ein Chac-Mool Bildnis beherbergt) gebaute Pyramide ist von außen wie die Säulenhallen von Chichén Itzá voll und ganz post-klassisch Toltec. So zieren Toltec Krieger die oberste Plattform und riesige gefiederte Schlangen (eben Kukulcán bzw. Quetzalcóatl) säumen den Treppenaufgang zu beiden Seiten. Und jetzt kommt’s, die Pyramide ist so ausgerichtet, das zwei mal im Jahr (20. auf 21. März und 21. auf den 22. September - die Frühlings und Herbst Wende, zwischen denen die Fruchtbare Zeit des Ackerbaus liegt) die Morgen- und Nachmittagssonne an den Kanten der Pyramide vorbei scheint und ein Schattenbild einer sich windenden Schlange erzeugt, das exakt auf die Schlangen am Treppenaufgang fällt und ihnen so „Leben” einhaucht. Die Maya hatten offensichtlich ein recht genaues Bild von kosmischen Konstellationen und konnten sehr genau voraussagen wann, welche Konstellation (mit welcher Auswirkung?!) zutrifft. Der Grund bzw. die Methode dafür ist ebenfalls in der Pyramide verewigt. Die Maya haben durch intensive Beobachtung der Sterne (Auch Chichén Itzá hatte wie andere Maya Niederlassungen ein Observatorium) einen legendären, auf Basis einer von Klapperschlangen (!) abgeleiteten Ordnung, außerordentlich exakten Kalender entwickelt bzw. verifiziert. Tatsächlich sind es 2 ineinander verzahnte Kalender, bestehend aus 3 verzahnten Ringen mit unterschiedlichen Zeitspannen von 13 Tagen (bitte merken), 260 Tagen (13×20, bitte merken) und 365 (18×20+5 - dazu später mehr) Tagen. Klingt verwirrend, ist es auch - am Anfang. Wichtig sind Zahlen 13 und 20 denn sie sind quasi das Geschenk der Schlange (Kukulcán bzw. Quetzalcóatl), das, oh Zufall oder nicht, mit der Astronomie bestens korreliert.

Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender

Die Pyramide des Kukulcán ist jedenfalls nichts geringeres als ein gigantischer, massiver in Stein gehauener Maya Kalender, der wie der Name schon sagt eine oder besser DER Schlange huldigt, indem gezeigt wird, das man die Sonne berechnen kann, indem eine bzw. DIE Schlange projiziert wird, die wiederum die Basis des ganzen Theaters ist - sozusagen… Jede der neun Ebenen der Pyramide ist durch einen Treppenaufgang durch zwei geteilt und stellen so die 18 Monate dar die ein vages Maya Jahr hat. Vage deswegen, da die Jahreszeiten nicht exakt an bestimmten Tagen beginnen. Die 18 Monate dauern immer 20 Tage. 20 Tage, genau die Zeit in der sich bei der Yucatan endemischen Crotalus Durissus Klapperschlange die Zähne erneuern. 18×20 sind 360 Tage, was nicht ganz mit dem astronomischen Jahr zusammenpasst. Es gibt dafür einen extra „Monat” mit 5 Tagen im Jahr der nicht als Monat gezählt wird, aber das Jahr auf 365 Tage komplettiert. Das ist wiederum etwas, das den Kalender frei von Nachjustierungen macht - im Gegensatz zu unserem Kalender.
Die Treppenaufgänge selbst haben auf jeder der vier Seiten der Pyramide 91 Stufen, mit der obersten Plattform sind das 365, die Anzahl der Tage eines astronomischen Jahres - der große Ring im Maya Kalender (365 Tage). Auf jeder Seite der Pyramide sind 52 Tafeln angebracht. 52 Jahre benötigen der mittlerer und große Ring um im Ausgangspunkt zu korrelieren und somit einen sog. langen Zyklus abzuschließen. Der innerhalb des mittleren Ringes liegende kleine Ring hat 13 Zähne, wie die 13 labialen Schuppen einer Klapperschlange. Labial heisst quasi über, und unter dem Mund, rechts oben 13, rechts unten 13, links oben 13 und links unten 13 macht in Summe 52. Jedenfalls ist die Zeitspanne des durch den kleinen Ring gesteuerten mittleren Rings 260 Tage. Quasi der Schlangenzyklus, der den großen Ring mit dem astronomischen Zyklus antriebt.
Ein weiteres in dem Zusammenehang (Schlange als Kalender-Grundlage) sehr gut passendes Indiz ist das Maya Schriftzeichen bzw. die Hieroglyphen für Uinal. Uinal ist das Maya Wort für 20 Tage. Maya Hieroglyphen gab es, insbesondere für Zahlen in zwei Varianten. Zum einen die reguläre und die Kopf-Variante. Kopf-Variante da sie immer einen Kopf beinhaltet hat. Und so sehen jednfalls die beiden Versionen für Uinal aus:
Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender bzw in der Kopf Variante Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender
Die erste Darstellung zeigt deutlich den Rachen einer Schlange, DER Klapperschlange Crotalus Durissus, mit den zwei Giftzähnen rechts und links, die sich - wie gesagt - alle 20 Tage erneuern. Die Kopfdarstellung hat zumindest eine Spirale am Kiefer. Ein Symbol der Erneuerung? Oder gar einer Spirale liegenden Schlange?
Das typische Rücken Muster der ruhenden (typischerweise im Ring liegenden) Yucatan Klapperschlange (Crotalus Durissus), ist übrigens ein gleichseitiges Rechteck mit mittigem Kreuz. Quasi die hier erwähnte Pyramide von oben, und wird von 13 (Hoppla) Hautschuppen pro Seite gebildet. Wer mit dem Hintergrundwissen durch die Ruinen geht, wundert sich jedenfalls nicht mehr über das immer und immer wiederkehrende Motiv bzw. Muster der Schlange und der Spirale.

Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender

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Nun, bewiesen ist bis dato nichts. Es lässt sich einfach nicht garantiert sagen warum die Zahlen so gewählt wurden - ich persönlich finde die Schlangenerklärung jedenfalls mehr als plausibel. Die Mischung von Beobachtung der unmittelbaren biologischen Umgebung und des Himmelszelt als Verifikation und Ursprung der massiven Schlangenverherung. Andere Menschen bringen Schwingungen bzw. Frequenzen, Fraktale und kosmisches insider Wissen als Grundlage des kleinen Maya Kalenders ins Spiel. Nun ja, vor dem Hintergrund das die klassischen Mayas noch nichtmal in der Lage waren einen richtigen Torbogen zu bauen, finde ich das dann doch ein wenig zuuu technologisch. Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender
Im Übrigen korrelieren alle 3 Ringe des Maya Kalender nur höchst selten. Zum ersten mal seitdem dem modernen Menschen am 23.12.2012 - wenn wir das mit unserem Kalender überhaupt so genau sagen können. Ein Datum was einige als Untergang der Menschheit, andere als Aufbruch in ein goldenes Zeitalter durch die Wiederkehr von Quetzalcóatl (Der Schlangengott höchstpersönlich) prognostizieren. Wir werden sehen. Ist ja nicht mehr so lange hin. Der Maya Kalender ist jedenfalls ein überaus interessantes und facettenreiches Thema, das sich leicht im Internet recherchieren lässt. Auch wenn es nicht immer leicht fällt mit den Interpretationen nicht die Bodenhaftung zu verlieren - Viel Spaß Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender

Zurück zu Chichén Itzá. Ein weiteres nett anzusehendes Bauwerk ist das große Poleta Spielfeld. Poleta ist eines der ältesten professionellen Ballspiele dieses Kontinents und war ein überaus ernstzunehmendes Ereignis, das in zahlreichen Varianten gespielt wurde. Sinn war es einen harten Gummi Ball (Kautschuk oder ähnliches) durch einen an einer Wand verankerten Steinring hindurch zu befördern. Ellbogen, Knie, Hüften waren dabei die Impulsgeber, Kontakt mit den Händen oder Füßen war verboten. Es wird vermutet das diese Spiele zur Entscheidungsfindung bei kritischen Fragen politischer oder religiöser Natur ausgetragen wurden. Nun, fest steht, dass häufig zum Ende des Spiels ein oder mehrere Spieler „geopfert” wurden, ob aus dem Sieger- oder Verliererteam ist jedoch unklar.

Apropos Opfer, die Hauptwasserquellen für Chichén Itzás waren einige nahe Cenoten. Eine die heute durch ihr extrem grüngelbes Wasser auffällt haben wir besucht. In ihr wurden zahlreiche Knochen, auch von Kindern, gefunden. Auf einer Tafel wird behauptet die Mayas hätten dort Knochen geopfert… so, so… wer einen Blick in die noch erhaltenen bebilderten „Codex” wirft, wird dort ständig auf blutige Rituale stoßen. Ich persönlich glaube nicht das da „nur” Knochen rein geworfen wurden Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender
Ui, schon so viel geschrieben… Ok, ich mach’s jetzt kurz. Das Observatorium Chichén Itzás, weist wie alle gehobenen Bauwerke dieser Zeit eine interessante Ausrichtung gen Himmel, im Speziellen zur Venus auf. Das schöne ist, dass man speziell dieses Gebäude ohne Kenntnis sofort als solches erkennt. Na, wer findet es?

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Thema: Motiv Serien, Perspektiven | Kommentare (1) | Autor: Ahmed

Tulum und die Riviera Maya

Samstag, 8. August 2009 2:15

Das letzte unserer Strandziele auf der Yucatan Halbinsel sollte Tulum an der Riviera Maya sein. Der Wunsch eine Cabana direkt in den blendend weißen Sanddünen, türkisfarbenes Meer, ein bisschen schnorcheln und den Rest der Zeit Cocktails schlürfen und Pescado und Guacamole essen … ist vollkommen erfüllt worden – und das ganze noch mit Blick auf die Maya Ruinen direkt am Strand.

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Thema: Motiv Serien | Kommentare (1) | Autor: Martina

La Isla Cozumel

Samstag, 8. August 2009 2:10

Auch hier mussten wir leider feststellen, dass fast die gesamten schönen Strände der Insel, den Resorts vorbehalten sind. Dennoch haben wir von unserem sehr schönen Hostelito im Zentrum von  San Miguel aus, mit dem Fahrrad die Strände besucht und dafür dort etwas gehobeneres („muy caro“) Essen und Trinken in Anspruch genommen. Nichts desto trotz lohnen die Sicht und natürlich das Bad im azurblauen Wasser allemal.
Übrigens auf Bild 4 und 6 schnorchelt Ahmed quer durch das Bild Mexiko Karibik  La Isla Cozumel

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Thema: Motiv Serien | Kommentare (2) | Autor: Martina

Mexiko oder die Ankunft in der Karibik

Samstag, 8. August 2009 2:05

Nachdem wir das großstädtische Habana hinter uns gelassen haben – war unser nächstes Ziel die Yucatan Halbinsel. Hier wollten wir zunächst die traumhaften Strände genießen bevor wir die alten Maya Pfade verfolgen. Das erste Ziel (nachdem wir das Las Vegas Mexikos – Cancun - sofort umgangen haben) war Playa del Carmen. Ein doch sehr touristischer Ort aber kein Vergleich zu Cancun aber dennoch eine gute Möglichkeit einfach ein bisschen am Strand aus zu spannen und die tollen Farben des Meeres zu genießen.

  • Mexiko Karibik  Mexiko oder die Ankunft in der Karibik

Thema: Motiv Serien, Unterwegs | Kommentare (0) | Autor: Martina