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The Ghan - Die 26 Stunden Zugfahrt

Sonntag, 3. Mai 2009 10:07

Was für eine Tortur aber dafür eine Historische! Die Zugstrecke, auf der der australische Ghan verkehrt, ist die insgesamt 2.979 km lange Nord Ost Verbindung von Darwin über Alice Springs nach Adelaide und somit die längste der Welt! Zum ersten Mal für ein Zug in 1929 auf der Strecke – wobei das letzte Teilstück zwischen Darwin und Alice Springs erst im Jahre 2004 fertig gestellt wurde. Der Ghan wird zum Großteil nur als Touristenzug genutzt, d.h. er hält an einigen Orten für ca. 4-5 Stunden, so dass man die Möglichkeit hat in dieser Zeit Sightseeingtouren zu unternehmen. Ein schnelles Beförderungsmittel ist es dementsprechend nicht, aber dafür gerade für Eisenbahnfans eine sehr sehenswerte Tour. 

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Thema: Motiv Serien | Kommentare (2) | Autor: Ahmed

Australien - sind wir schon “down under”?

Freitag, 1. Mai 2009 14:30

Australien  Australien   sind wir schon down under?

Wir haben es geschafft. Nach einem unsäglichen, nahezu 48 stündigen Monstertrip, gestartet auf Bali, mit Bus, Flugzeug, Taxi, Bahn(The Ghan!) in Bewegung und immer wieder durch mehrstündige Wartezeiten unterbrochen, befanden wir uns endlich mitten im roten Herzen Australiens. Genauer gesagt in Alice Springs. Was tatsächlich eine ordentliche Kleinstadt mit ca. 28.000 Einwohnern ist, mitten im Nirgendwo aber auch genau in der Mitte dieses riesigen Kontinents liegt und als eine Art Basisstation für nahezu den gesamten Tourismus (z.b. auch bzgl. Uluru bzw. Ayers Rock) in der Gegend fungiert.

Was für ein krasses Kontrastprogramm! Bestens an das asiatische Klima, die Küche und den dortigen allgemeinen „Standard” angepasst, irritierte insbesondere unsere Haut zunächst die unglaublich trockenen Luft der südlichen Northern Territories, aber noch viel mehr der Wiedereintritt in den hiesigen westlichen Lebensstandard - wenn man nicht gerade Aboriginal ist. Unseren ersten Ausflug unternahmen wir in eine Shopping Mall, genauer gesagt in einen der größeren mit unseren „real,- Märketen” vergleichbaren Supermärkte (Coles) - und er dauerte volle 3,5 Stunden! Nicht etwa weil wir so eine weite Anfahrt hatten - nein nein, es waren nur zehn Minuten Fußweg - sondern weil uns nach langer Enthaltsamkeit diese riesigen Gänge mit dieser gigantischen Auswahl an Lebensmitteln einfach umgehauen haben. Wir kamen uns vor wie im Schlaraffenland und sind hoch erfreut mit drei Tüten „Lebensmitteltünnes” wie 800Gramm Schokohefeteigklöße und gebackenen Kortoffeldingern mit Sauerrahm- und Schnittlauchgeschmack in unser Hostel zurückgehrt - um uns dort erfolgreich den Magen zu verstimmen. Kein Problem! Toiletten mit Papier (aber leider ohne die lieb gewonnen „Arschdusche”), warmes Wasser am Waschbecken und auch in der Dusche bügelten das schnell wieder aus.
Die nächsten Tage verbrachten wir mit den hier üblichen Ausflügen ins Outback, die von Kaffefahrt bis Buschcamping-Lagerfeuer-Outbackschlafen mit sensationellem Sternenhimmel recht abwechslungsreich waren. Mehr dazu schon bald in den Motiv Serien.

 

Was kann man bisher so über Australien, insbesondere über das Northern Territory sagen?
Wir werden ehrlich sein. Es ist riesig (6xDeutschland) und flach, es ist Landschaftlich insbesondere im Süden sehr eintönig bis langweilig, die Tierwelt ist vielfältig aber größtenteils nachtaktiv und somit bis auf Kamele, Esel, Kängurus und einigen Raubvögeln die sich auf „fresh Roadkill” spezialisiert haben unsichtbar. Kultur jenseits der der Ureinwohner (die mehr oder weniger versteckt und abgeschieden leben) existiert de-facto nicht, was nicht wirklich verwunderlich ist aber mal erwähnt werden sollte. Die jetzigen Bewohner der NT (ca. 200.000 insgesamt) sind herbe, derbe Persönlichkeiten aber i.d.r. mit ausgesprochen ausgeprägten Sinn für Ironie und Humor gesegnet. Den brauchen wir hier auch, wir sind schockiert über die Kosten die man hier hat! Ein Work-Visa ist uns auf Grund unseres Alters (>30) leider nicht gestattet, sodass wir hier jeden Cent zweimal umdrehen müssen.
Nochmal, Australien ist riesig. Die Entfernungen die man hier für Sehenswertes zurücklegt sind dementsprechend enorm, was die Sinnhaftigkeit dieser Ausflüge häufig in Frage stellt. Australien ist voll von Deutschen Urlaubern und Touristen, sie sind wirklich überall! Ein Großteil dieser Leute ist unter 20 und mit dem Rucksack unterwegs. Ein Aufenthalt in einem klassischen Backpacker-Hostel katapultiert einen bzgl. der Ausstattung, des Publikums, des Verhaltens und den dort stattfinden naiven Gesprächen direkt in ein deutsches Studentenwohnheim voll von Erstsemestern.

Echt niedlich Australien  Australien   sind wir schon down under? Diese ganzen Abi-Teenager, die offensichtlich nur hier sind weil sie zu allererst und dringend einfach mal möglichst weit von dem Zuhause und den Eltern weg wollten, dabei für das Alibi ein wenig englisch (und die „Australische Kultur”?) lernen, und sich nach einem Monat „Selbständigkeit” in der „coolen Wildniss Australiens” - mit all dem hohen Standard in ihren Gruppen - vorkommen wie die Könige der Welt… Naja, vielleicht sind sie es ja und wahrscheinlich waren wir auch mal so. Es sei ihnen gegönnt. Es lebe das Freiheitsstreben und das Gefühl der Jugend! Wir verziehen uns aber trotzdem für die nächsten Wochen weg von den Studentenwohn… sorry, natürlich Hostels in einen eigenen Campervan Australien  Australien   sind wir schon down under? Schon morgen werden wir uns, wenn alles klappt, Richtung Ostküste (Cairns) bewegen, um endlich mal wieder am so lieb gewonnenen Meer zu sein - Great Barrier Reef, wir kommen!

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Thema: Unterwegs | Kommentare (10) | Autor: Ahmed