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Baños termales de Chanco - oder der “Versuch” in den Cuevas zu relaxen

Für den Sonntag hatten wir uns vorgenommen einen relaxten Tag in den thermalen Bädern von Chancos zu verbringen.

Hier hat man verschiedene Möglichkeiten, den Tag zu verbringen:

  1. baden in der öffentlichen Thermalquelle (ist wie ein Schwimmbad, nur von der Fläche her ziemlich klein)
  2. baden in den privaten Thermalquellen (d.h. man bekommt quasi eine private Badewanne in einem separatem Raum für max. 2 Personen)
  3. relaxen in den thermalen Cuevas

Was wir vor unserem Besuch leider nicht wußten:

  • dass die thermalen Bäder eher wie eine Kläranlage, als eine zum relaxen einladende Landschaft aussehen (bei unserer Ankunft haben wir sie ersteinmal gesucht, bevor der Taxifahrer meinte, sie lägen direkt vor uns)
  • dass Sonntags scheinbar die halbe Region auf den Beinen ist, um Chancos zu besuchen
  • dass die max. Aufenthaltsdauer in einer Cueva  15-20 Minuten beträgt (und man nach Ablauf sofort vom nächten wartenden “rausgeklopft” wird)
  • dass die Cuevas nur “privado” zu benutzen sind (was die Wartezeiten explodieren läßt)
  • dass in den 9 verschiedenen Cuevas “nur” Temperaturen zwischen 35°bis 54°C herrschen (wenn man allerdings Saunen mit 90°C liebt, dann kann das fast schon nicht gut werden)
  • dass man sich nach jedem zeitlich limitierten Besuch wieder komplett anzieht, um vor der nächsten “Attraktion” zu warten (von relaxen ist hier keine Spur)
  • dass man Freiluft in einer Schlange vor jeder einzelnen Cueva warten muss, bis man rein darf (dass kann auf Dauer ziemlich kalt werden)
  • dass die wartenden Menschen ihre Haustiere, Familien und Freunde mitbringen, Picnic machen und Stierkämpfe mi Fernsehen schauen (das, also das Essen und die Haustiere, ist zum einen ziemlich unhygienisch und zum anderen fühlt man sich wie auf einer großen Fiesta, statt wie in der Sauna)
  • dass den ganzen Tag ein Blasorchester in einer immensen Lautstärke die gleiche dramatische Musik spielt (da war mir fast das Gamelanorchester auf Bali lieber und das hat auf Dauer schon echt agressiv gemacht)

Diese ganzen Punkte haben jedenfalls letztendlich dazu geführt, dass wir uns ersteinmal frohen Mutes in die Warteschlange der “heißesten” Höhle mit 54°C gesetzt haben. Nach 2 stündigem Warten allerdings (wir waren nicht wirklich in Eingangsnähe vorgedrungen) - sind wir dann auf eine Höhle mit einer wesentlich kleineren Warteschlange umgeswitcht sind (ich denke ich brauche nicht zu erwähnen, dass dieses die kälteste war!) um nach 3 Stunden Wartezeit endlich halb erfroren für 15 Minuten in eine 35° Cueva hüpfen zu dürfen…
Im Vorraum der Höhle schlug uns erstmal eine heftige, urinale Duftwolke entgegen und die hygienischen Bedingen haben uns nur mit  Widerwillen unsere Klamotten ausziehen lassen. In der Cueva dann aber warteten wir erwartungsvoll auf den Wärmeschub, den wir so dringend nötig gehabt hätten - aber irgendwie wollte sich dieser auch nach Ahmeds gutgemeinten Handtuch-Wedel-Versuchen nicht einstellen. So blieb uns wenigstens, die dunkle Höhle noch ein bißchen zu erforschen (eigentlich darf man die Sitzbank nicht verlassen), bis wir dann auch schon unsanft und durch lautes Klopfen, von der nächsten, wartenden, peruanischen Familie zum Aufbruch gedrängt wurden.
Das Duschen haben wir uns gespart, da Wasser gerade nicht verfügbar war und das mit dem Schwitzen auch nur bedingt funktioniert hat. Den Besuch einer weiteren Cueva oder auch den thermalen Quellen haben wir uns ebenfalls verkniffen, da es draußen schon dunkel geworden ist und wir ja noch den Heimweg antreten mußten.
So ist unser  Relaxtag doch etwas anders ausgegangen als geplant, wir durften dafür die einheimischen Gepflogenheiten und Bräuche miterleben – ABER nichts desto trotz freuen wir uns nach unserer Rückkehr tierisch auf eine “echte” Sauna wie wir sie aus Deutschland kennen.

  • Peru  Baños termales de Chanco   oder der Versuch in den Cuevas zu relaxen
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Autor: Martina
Datum: Mittwoch, 27. Januar 2010 14:09
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5 Kommentare

  1. 1

    Hallo ihr zwei,
    aus d. Berichte kann ich entnehmen dass euch,zu meine Erleichtung:)<3 und Gott sei Dank besser geht. Schade dass mit dem relxsten Sonntag nicht so gut geklappt hat wie ihr euch vorstellt, tut mir sehr leid für euch…

    Ich wünsche euch weiterhin gute Besserung, viel Spaß noch bei allem was ihr unternehmen wollt,und passt bitte auf euch auf!

    Viele Liebe Grüssse
    Layla

    Antworten

  2. 2

    hallo, ihr “2″,
    dass ihr immer noch so viel Unternehmungsgeist habt, ist irgendwie zu bewundern. Schade, mit dem Relaxen das war wohl nix. Wir sind zwar keine Saunafans, aber dass ihr euch auf eine echte Sauna zu Hause freut, das können wir ver-stehen. Euch beiden weiter gute Genesung mit einer großen Portion Glück - das kann man immer gebrauchen.
    Liebe Grüße
    Dorle + Peter

    Antworten

    Martina Reply:

    Hallo nach Griesheim,
    Entwahrnung! Relaxt haben wir in Huaraz bis zum Umfallen ;-) Die Berichte im Blog sind jeweils an unseren beiden Spanisch-freien Sonntagen entstanden und dienten ja eigentlich nur dazu, um zu sehen ob wir kleine Touren ohne schweres Gepäck schon wieder unternehmen können… Und das Schöne war, dass die Tests mehr als erfolgreich gelaufen sind!
    Trotzdem ganz lieben Dank für Eure Glückwünsche, die nehmen wir natürlich sehr gerne an ;-) Viele liebe Grüße aus Lima
    Eure Tina

    Antworten

  3. 3

    Liebste Tina,

    da fällt mir aber ganz heiß etwas zu ein: “Do you rember”? Taunus Therme …Fußbad…Bananenweizen…das war relaxen :-)) Im übrigen irgendwann mal wiederholungsbedürftig…kennst du saunalandschaft in bergisch gladbach…absolut empfehlenswert. Bring einfach was Zeit mit..

    Bis bald

    Bruce

    Antworten

    Martina Reply:

    Hi Bruce,
    if I remember??? Si claro!!!
    Wie koennte ich das nur vergessen! Die Wiederholung (allerdings in Bergisch Gladbach, das kenne ich naemlich noch nicht) ist hiermit abgemacht. Aber natuerlich nur, wenn’s auch Bananenweizen im Fussbad gibt ;-)
    Liebe Gruesse aus Bolivien
    Tom

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