Weltreise, Blog, Reiseberichte, Reisefotos, Berichte, Fotos

Was!? Schon drei Monate unterwegs?

Tatsächlich. Nunmehr drei Monate sind seit Beginn unseres Schulausfluges vergangen und wir haben das Kapitel Südostasien damit quasi abgeschlossen. Aus der das-Glas-ist-bald-halb-leer Perspektive ist das unheimlich schade, da dies bereits ein Viertel der geplanten Zeit ist. Andererseits können wir uns beide an keine drei Monate unseres bisherigen Lebens erinnern die so konzentriert neues, beeindruckendes, sehenswertes aber auch bedrückendes und erschreckendes mit sich gebracht haben. Uns kommt es so vor als wären wir ob der Fülle der Einrücke schon ein ganzes Jahr unterwegs. Eindrücke nicht aus TV oder in anderen Medien die durch die x-te Hand beeinflusst wurden, sondern live erlebte. Das Hirn und die Sinne arbeiten hier auf positiv prickelnde Art und Weise auf Hochtouren. Die Lernkurve wie man sich den verschiedenen Umständen und den dabei zu Tage tretenden Kontrasten und Problemen am besten anpasst war diesbezüglich enorm steil. Sicher kann man auch ohne diese Erfahrungen einfach so sein, aber nun, da wir die seelisch sehr wohlschmeckende Frucht der „unabhängigen intensiven Langzeitreise“ gekostet haben, wissen wir dass wir bis zum Begin der Reise etwas sehr fundamentales neben dem Aspekt der vielfältigen natürlichen Schönheit dieser Erde verpasst haben. Zum einen hautnah mitzuerleben wie sich die große Mehrheit von Menschen jenseits unserer westlichen Realität organisiert, anpasst, sich trotz aller Widrigkeiten zurechtfindet und dabei häufig viel glücklicher wirkt als wir es waren. Zum anderen das Gefühl sich weitestgehend vollständig frei zu fühlen und auch so zu handeln. Das dieses Gefühl natürlich in doppeltem Sinne nur auf Grund unseres bisherigen mehr oder weniger selbst gewählten Lebenswandels (berufliches, äußerst unfreies Rat-Race und entsprechende finanzieller Vergütung die hier richtig richtig viel Geld darstellt) möglich ist, ist uns dabei vollkommen klar.
Natürlich hatten wir innerhalb dieses Rahmens den einen oder anderen romantischen Ausstiegsgedanken. Aber schon zwei Minuten später wieder verworfen, da - machen wir uns nix vor - dieser mit unseren finanziellen Mittel sehr wahrscheinlich endgültig wäre. Denn sobald man in die Spirale der lokalen Währung gerät, dass heißt die lokale Währung nach lokalen Maßstäben und Lohnniveau (Südostasien besteht fast ausschließlich aus Low Cost Countries) verdient, hat sich das mit dem Reisen sehr wahrscheinlich und das mit der Freiheit garantiert ein für alle mal erledigt. Zwar sehen wir, wie oben kurz angesprochen, hier trotz aller Widrigkeiten Tag täglich richtig glückliche und zufriedene Menschen, jedoch verschließt sich uns der Zugang zu diesem Glück, dass maßgeblich auf simplen tief verwurzelten Familienwerten beruht. Unser emotionales Fundament, antrainiert durch westliche, aufgeklärte Wohlstandssozialisation, auf Basis von ständigem materiellem Wettbewerb und Selbstverwirklichung, wurde durch diese drei Monate jedenfalls nicht erschüttert. Wir könnten  uns mit diesem „simplen“ Glück nicht zufrieden geben. Wir wissen (noch) nicht ob das für uns  persönlich gut oder schlecht ist. Wir wissen nur, dass weder unsere bisherige Wertevorstellung, noch die hier erlebte uns jede für sich alleine zufrieden stellen würde. Die wahrscheinlichste, geradezu trivial klingende Möglichkeit wird es sein eine Balance zwischen den zwei Aspekten zu leben.
Nach den ersten drei Monaten hier würden wir uns mit folgendem Zustand wohl in (recht opportuner) Balance befinden: Eine Arbeit und Lebensmittelpunkt im westlichen Wohlstand und so oft es geht das Geld was dort verdient wurde in Südostasien ausgeben. Irgendwann wenn es sich ausgearbeitet hat, evtl. den Lebensmittelpunkt vollständig nach Südostasien verlegen.
Hoppla. Das ist ja mal was gaaaaaanz Neues! Vietnam Thailand Malaysia Kambodscha Indonesien  Was!? Schon drei Monate unterwegs?

Na ja, genug geschwafelt. Wir haben noch drei Viertel der Zeit und mehrere Kontinente vor uns. Das nächste mal wenn wir hier berichten wird dies aus Down Under sein. High Cost Country - Hurra!?

  • Vietnam Thailand Malaysia Kambodscha Indonesien  Was!? Schon drei Monate unterwegs?

Autor: Ahmed
Datum: Mittwoch, 22. April 2009 15:15
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Abschied, Perspektiven, Unterwegs

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben