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Gili Islands (Air, Meno, Trawangan)

Die Gilis sind eine ganz klare und bewusst so entwickelte Ausnahme zum Rest Indonesiens, auch wenn es anmaßend ist das ganze Archipel mal eben mit Indonesien zusammenzufassen, schon in dem „kleinen“ von uns bereisten Teil (Java über Bali bis Lombok) sind die Unterschiede augenscheinlich riesig. Also, was macht nun die Gilis so außergewöhnlich?

Zum einen sind sie winzige, sehr nah (max.1km Distanz) zusammen liegen Inseln. So klein das man die größte von ihnen, Trawangan, in 2 Stunden komplett zu Fuß umrunden kann. Autos und Mofas sind auf keiner Insel erlaubt, was gerade in Südostasien jedes mal ein Segen für die Nerven darstellt und wie ein Mini-Urlaub im Urlaub wirkt. Transporte von Waren und Menschen finden auf den Inseln entweder per pedes bzw. „pedales“ oder mit kleinen Pferdekutschen statt, ansonsten mit dem Boot.
Zum anderen sind sie umgeben von unglaublich schönen Korallenlandschaften, die man auf Grund der seichten Lage auch ohne aufwendige Tauchausrüstung schon mit einem Schnorchel erkunden kann. Die Farbunterschiede des Wassers in Strandnähe lassen bereits erahnen was sich unter Wasser abspielt. Findet Nemo und Spongebob live, zum quadrat. Ich persönlich hab noch niemals so etwas schönes gesehen! Eine Farbenpracht und Meerestier Vielfalt inkl. Meeresschildkröten die mich mindestens drei mal am Tag zu bis zu zweistündigen Ausflügen in eine diese andere Welt veranlasst haben. Wenn es darum geht mal komplett abzuschalten: Ausgiebiges Schnorcheln ist die Antwort. Einfach mal treiben lassen und beobachten! Ich denke ich brauche eine Unterwasserfotoausrüstung….
Gut ist ebenfalls, dass die Inseln jede für sich eine gewisse Ausrichtung hat. Auf Air (die zweitgrößte), ist das Thema Familie. Dem entsprechend ist dort die Ausstattung, die Preise und das Publikum. Mammis und Pappis treffen auf andere Mammis und Pappis und führen Windelgespräche, bauen Sandburgen oder was auch immer man so tut wenn Kinder auch im Urlaub im Mittelpunkt stehen und Frauen und Männer eben auf Mammis und Pappis reduziert haben.
Auf Meno (die kleinste) ist das Thema Natur und Ruhe, was sie auch sehr attraktiv für die „älteren“  Generationen macht, die nahezu jeden Preis zahlen und somit die Kosten auf der Insel in die Höhe bzw. die Anzahl der hier „herumlungernden“ Budgetreisenden herunter treiben.
Trawangan hingegen ist bis auf einige unglaublich noble und teure Resort-Anlagen der Platz für Backpacker und jüngeres Volk. Das Thema ist hier Party und chillen – sich mal gehen und wieder erholsam treiben lassen.
Weiterhin in dem Kontext sehr positiv: Polizei gibt es ebenfalls nicht auf den Gilis. Das letzte was man vom großen Bruder mitbekommt und eine Vorahnung vermittelt, ist ein Schild  an der Anlegestelle Bangsal auf Lombok (von der zwei mal am Tag kleine Boote in Richtung Gilis ablegen), das besagt, dass Drogen ganz böse sind. Und tatsächlich. Kaum auf Trawangan angekommen kann man an jeder Ecke tolles Gras kaufen. Die Coktailvielfalt ist riesig und täglich wird  ein hektolieter Bier verladen. Auch sehr beliebt auf der Insel sind Magic Mushrooms. Nahezu jeder Pferdeapfel den eines der hiesigen Pferde „frei gibt“, wird gesammelt, um eben jene Pilze darauf zu züchten. Es hat schon einige Pferde auf Trawangan, und so finden sich die Pilze auch überall. Sogar auf der Speisekarte eines Restaurants – z.B. auf einer Pizza, allerdings nur in homöopathischen Dosen…  Nun ja, jedem das seine. Uns sind schon recht schräge Gestalten mit diesbezüglich aufschlussreicher, nicht genau definierbarer Gemütslage auf der Insel begegnet… Lombok Indonesien Gili Islands  Gili Islands (Air, Meno, Trawangan) Es herrscht hier jedoch keinesfalls großartiges unartikuliertes Gegröhle und kriminelles Treiben, das einen verunsichern könnte. Das schlimmste was passieren kann ist ein Diebstahl, der wenn von einem Einheimischen verübt durch den Dorfvorsteher (Kepala Desa) geregelt wird, der in der Lage sein soll den Gegenstand wieder zu beschaffen ohne den Täter bloß zu stellen. Fälle von sexueller Belästigung und anderen Tätlichkeiten wurden bisher nur sehr selten gemeldet, und wurden i.d.R. von Touristen verübt.

Mir persönlich hat es auf Trawangan sehr gut gefallen, und ich hätte hier auch gut und gerne zwei oder mehr Wochen mit Schnorchel oder besser kompletter Tauchausrüstung, einem Schachpartner und einigen Büchern verbringen können. Da wir das „Centro“ bei Seite gelassen haben und direkt zum Nordzipfel der Insel gelaufen sind, hatten wir dort eine absolut ruhige und günstige Unterkunft  inkl. dem besten Schnorchelgebiet der Insel, direkt 15 Meter vor unserer Bambushütte. Da interessierte Taucher und Schnorchler auf Grund der Lage i.d.R. über den Wasserweg gekommen sind, war dies unserer Ruhe kein Hindernis.
Ach ja. Strom hats nicht wirklich regelmäßig, jenseits der Nobel-Unterkünfte. Taschenlampen und Kerzen sollte man schon dabei haben.Und auch die Speisekarten der hiesigen Restaurants die nicht zu einem Nobel Ressort gehören bieten bei Nachfrage maximal nur ein  viertel der dort aufgelisteten Speisen. Am besten ist es einfach, noch bevor man sich setzt, kurz nachzufragen was es heute frisches gibt. Das Essen was wir hatten war stets einwandfrei und sehr köstlich.
Einige Leute schreckt es ab das auf den Gilis vereinzelt Malaria vorkommt. Mich haben während unseres Aufenthaltes gerade mal zwei Mücken gestochen – der Lage der Stiche nach könnte es auch eine gewesen sein die es zwei mal probiert hat. Ein Moskitonetz in der Nacht wirkt hier mal wieder Wunder. Abends vorm Essen gehen, hab ich mir die Füße, Unterschenkel und -arme mit Autan eingerieben und nach dem Essen wieder abgewaschen weil so ein Chemie-Schmier überall auf der Haut einfach eklig ist. Damit hatte sich das mit den Mücken jedenfalls auch erledigt. Weitere Prophylaxe haben wir nicht betrieben. Unser Malerone ist noch unbenutzt.

  • Lombok Indonesien Gili Islands  Gili Islands (Air, Meno, Trawangan)

Autor: Ahmed
Datum: Mittwoch, 22. April 2009 15:13
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