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Abschließende Eindrücke und Auswürfe (Malaysia)

Es ist schon seltsam - aber nachdem wir auf Ko Phi Phi Island gewesen sind - hat mich die Muße des täglichen berichtens irgendwie im Stich gelassen. Was die Bilder angeht, kann man das auf keinen Fall sagen - aber das Schreiben wir mir auf einmal kein Bedürfnis mehr…

 

Woran mag das gelegen haben bzw. woran mag das liegen?

 

Ich denke, dass der erste Monat unserer Reise noch wie eine Art „Sightseeing-Urlaub” gewesen ist. Man versucht alle Sehenswürdigkeiten eines Landes in einem rasendem Tempo „ab zu klappern”, um möglichst viele Eindrücke in der doch gar nicht all zu langen Zeit, die einem für ein Land bleibt mit nehmen zu können und abschließend darüber zu berichten. Das funktioniert bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ganz gut - aber wenn man dieses Tempo einen komplettes Jahr durchhalten möchte - ist das meines Erachtens gar nicht möglich oder anders gesagt eigentlich auch gar nicht gewollt. Der Hintergedanke der Weltreise war ja eigentlich fremde Plätze, Menschen und Kulturen kennen zu lernen und sie nicht wie im Zoo nur kurz hinter der Absperrung zu fotografieren, um einen Haken in der Checkliste setzen zu können. Außerdem sollte die Zeit dazu da sein, sich ein paar Gedanken über das bisherige Leben zu machen und evtl. ein paar Dinge in frage zu stellen. Das habe ich das erste Mal in Thailand bei unserer 2 wöchigen Station auf Phi Phi gelernt. Wenn man sich die Menschen (und hier spreche ich nicht von den Touristen sondern den Einheimischen) einlässt, dann hat man die Chance das Land näher kennen zu lernen. Und einlassen auf das Land und die Menschen bedeutet, den Sightseeinggedanken mal bei Seite zu schieben und sich auf den Moment einlassen zu können…

 

Mit dieser Lektion im Gepäck sollte die Reise am 21.03. Richtung Indonesien weiter gehen. Da wir unterwegs allerdings einige Malaysier getroffen haben, die uns von der Schönheit Ihres Landes berichtet und vorgeschwärmt haben, wollten wir zumindest nicht per Flugzeug durch Malaysia nach Indonesien reisen, sonder uns ein klein wenig Zeit für das Land nehmen. Das bedeutete ein kurzer Zwischenstopp auf der Insel Langkawi sowie der Hauptstadt Kuala Lumpur.

 

Die Insel Langkawi, die wir mit einem Minibus von Krabi aus sowie der Fähre erreicht haben, hat traumhaft schöne, weiße, lange und vor allem menschenleere Sandstrände, die (so wie wir erfahren haben) teilweise sogar als Südseestrände auf Werbefotos „verkauft” werden. Wir haben uns davon 1:1 überzeugen dürfen und unseren Augen nicht getraut, dass wir teilweise tatsächlich die einzigen Touristen auf weiter Flur gewesen sind. Die Strände sind kilometerlang, blendend weiß und mit Palmen und abertausenden Muscheln überseht. Die Hauptstrände im Südwesten der Insel sind der Pantai Tengah und der Pantai Cenangh wobei Tengah der ruhigere der beiden ist. Es gibt zahlreiche große Resours für Pauschaltouristen (was sicherlich damit zusammen hängt, dass Langkawi über einen eigenen Flughafen verfügt) aber auch ebenfalls zahlreiche Budgetunterkünfte. Das Partyleben ist nicht stark ausgeprägt, was auch damit zusammenhängt, dass die Insel sehr muslimisch bestimmt und Alkohol hier verboten ist. Nichts desto trotz kann man aber mit den Backpackern (man trifft sich auch hier immer wieder) gechillte Abende verbringen.

 

Wir sind beispielsweise auf einen Tip hin im Gecko Guesthouse gelandet, was eine einfache und günstige Unterkunft in kleinen Bambushütten bietet. Hier kann man sich inmitten von Palmen, Hühnern, Katzen, netten Leute und einem kleinen Gemeinschaftsbereich (mit Fernseher - wozu auch immer dieser dienen soll!?) relaxen. Wasser gibt es leider nicht immer - meistens leider dann nicht, wenn man es am nötigsten hat, aber das tut der guten Laune keinen Abbruch! Eine recht einprägsame Begegnung hatten wir mit einem der schwedischen Gäste „Klaus”, der mit seinen 65 Jahren seit bereits 3 Monaten im Gecko verbracht und insgesamt schon seit der Pensionierung überall in der Welt unterwegs ist. Seine Haupttätigkeit besteht darin biertrinkendeweise Leute blöd von der Seite anzupöbeln. So auch an einem Abend, als er einen Angestellten aus dem Hostel angefahren hat, weshalb er keine volle Ketchupflasche zu seinem Essen gereicht bekommen habe. Sicherlich ist hier noch einiges mehr vorangegangen bevor dem Kellner der Kragen geplatzt ist und Klaus eine Kopfnuss verpasst hat bei der er ungünstig gestürzt ist. Wir sind jedenfalls just in dem Moment gekommen, als der Arme mit einer heftig blutenden Platzwunde am Kopf, schwankend am Tisch saß. Ohne zu wissen was vorgefallen war - haben wir ihn mit unserem erste Hilfe Set verarztet bis der Krankenwagen eingetroffen ist. Bezeichnenderweise waren wir allerdings die einzigen, die sich überhaupt um ihn gekümmert haben. Sollte der Schwede vielleicht mal seine Art und Weise überdenken wie er die Menschen, bei denen er sich zu Gast in deren Land befindet behandelt? Auch wenn er am nächsten morgen nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus sofort die grünen Augen und die beruhigende Stimme des jungen Mannes, der ihm den Kopf gehalten hat wiedererkannt und sich gebührend dafür bedankt hat - so sollte im doch die Narbe am Kopf, die mit 5 Stichen genäht werden musste doch hoffentlich mal etwas zum Nachdenken anstiften….

 

Ansonsten gilt unser Tipp für die Insel, sich ein Mofa zu mieten und auf eigene Faust ein bisschen zu erkunden (es gibt nämlich weder Busse noch Tuk Tuk’s und ein eintägiges Taxi ist unverhältnismäßig teuer). Wir sind mit der Seilbahn (übrigens ein Skilift der österreichischen Skiliftfirma Doppelmayr) auf den höchsten Berg der Insel gefahren und haben dort den überwältigenden Ausblick auf die zahlreichen kleinen Inseln der Pulau Langkawi Gruppe (99 an der Zahl, von denen aber nur 3 bewohnt sind) genossen. Darüber hinaus haben wir einen Black Sand Beach angefahren (von dem wir heute noch nicht wissen, weshalb er diesen Namen trägt) und weitere schöne Ecken der Insel (die man innerhalb eines Tages locker abfahren kann) gesehen.

 

Alles in allem ein schöner Zwischenstopp, von dem aus es nach 4 Tagen weiter mit dem Nachtbus nach Kuala Lumpur ging.

 

Zu dieser Fahrt gibt es nur eines zu sagen: zieht Euch bei Busfahrten in fremden Ländern WARM an!!! Die Busse scheinen einen internen Wettbewerb am Laufen zu haben, welcher Bus die beste (kälteste!!!) Klimaanlage hat. Wir sind auf der Fahrt bewegungslos vor Kälte gewesen und haben schlussendlich mit unseren kompletten Winterklamotten im Bus gesessen und dass, obwohl es draußen immer noch mollige 27°C hatte!!! Da wir die einzigen Personen im Bus mit ausreichend warmen Klamotten waren (wir haben ja immer unseren kompletten Hausstand dabei Malaysia Langkawi Kuala Lumpur  Abschließende Eindrücke und Auswürfe (Malaysia) - haben wir sogar an die Einheimischen noch Warmes verteilt, um sie vor dem Tod des Erfrierens zu retten. Ich war scheinbar so stark eingemummt, dass man mich tatsächlich an einer Raststätte nicht in auf die Frauentoilette lassen wollte, weil man dachte ich sei ein Mann (da war er wieder der chinesischer Mann, dem der Führerschein entzogen werden sollte). Ich bin froh, dass wir diese Fahrt irgendwann sogar ohne Lungenentzündung hinter uns gebracht haben.

 

In Kuala Lumpur morgens um 5 Uhr nach der sehr unangenehmen Fahrt angekommen, durften wir ein sehr schönes, sauberes und vor allen Dingen geschmackvolle eingerichtetes Hostel - die „Mathahari Lodge” - in Top Lage beziehen. Es hat uns die 4 Tage lang einen wunderbaren Ausgangspunkt für unsere Ausflüge sowie einen tollen Ort zum Rückzug geboten.

 

Abschließend kann ich sagen, dass mir das Stadtbild und die Mentalität der Malayen sehr gut gefallen hat. Es war das erste Land in dem ich das Gefühl hatte, dass die verschiedensten Kulturen (Malayen, Chinesen, Inder, …) problemlos in einem Land leben und dabei sogar voneinander zu profitieren scheinen! Kein einziger Gedanke wir hier an Fremdenfeindlichkeit verschwendet - im Gegenteil, alles Fremde wird sehr gerne und bestens integriert. Die Stadt ist sauber, extrem fortschrittlich und hervorragend strukturiert. Und auch was den Tourismus angeht, so ist Malaysia wirklich ganz weit vorne an. Es gibt einen staatlichen geförderten und somit landeseinheitlichen einheitlichen Auftritt, so dass man sich in allen Teilen des Landes irgendwie zentral betreut fühlt, egal ob man die Inseln, die Teefelder, die Nationalparks oder die Städte näher kennen lernen möchte. Die Art und Weise wie die Petrona Towers - das Aushängeschild der Stadt - Stärke, Fortschritt und Modernität vermitteln, so wirkt auch ganz Malaysia auf mich. Ich habe mich wirklich sehr, sehr wohl gefühlt in dem Land, welches mir bislang völligst fremd gewesen ist. Und auch wenn ich bis zum letzten Tag das „typische” malaysische gesucht habe (ob nun in Form von Essen, der Architektur oder der Geschichte) - so bin ich mittlerweile zu dem Schluss gekommen, nicht weiter suchen zu müssen. Das was Malaysia für mich ausmacht ist das problemlose Multikulti, der Fortschritt, so wie die Moderne des Landes…Leider haben wir hier insgesamt nur eine Woche verbracht - aber ganz bestimmt ist Malaysia einen längeren Aufenthalt absolut wert und es lohnt sich in jedem Fall, tiefer in dieses tolle und vielfältige Land einzutauchen!

  • Malaysia Langkawi Kuala Lumpur  Abschließende Eindrücke und Auswürfe (Malaysia)

Autor: Martina
Datum: Freitag, 3. April 2009 11:33
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2 Kommentare

  1. 1

    hahhaah ich wusste, dass eure schreibwut irgedwann nachlassen würde. schade, ich hatte mich gerade schon wieder so auf den nächsten lese marathon gefreut ((-:

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    Martina Reply:

    Na den kannst Du ab heute wieder haben… Viel Spaß!

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