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Von Kambodscha nach Thailand - mit Vollgas in die Touristenfalle

01.03. Sonntag Um 7 Uhr morgens werden wir am Hostel einem Bus abgeholt, der uns (so wie wir annehmen) nach Bangkok bringen soll. Nachdem bei der einstündigen Fahrt Kreuz und quer durch Siem Riep, schließlich alle Leute am außerhalb liegenden Busbahnhof aufgefordert werden den Bus zu wechseln, bekommen wir allerdings angedeutet sitzen zu bleiben… Und so geht die Fahrt zu einem Reisebüro, welches sage und schreibe ca. 200 Meter von unserem Hostel entfernt liegt! Aber gut, dass wir die Ersten waren, die so früh abgeholt wurden… Wo bitte liegt hier die Logik und wie schön hätte es sein können noch eine Stunde länger im Bett liegen zu bleiben??? Aber das ist erst der Anfang…

Mittlerweile sind wir ja die Packkünste der Asiaten gewohnt, aber was uns nach dem Umsteigen in den nächsten Bus erwartet, das haben wir vorher auch noch nicht gesehen… Der Bus, der uns als komfortabler Reisebus mit AC verkauft wurde ist gerade mal eine halbe Portion desselben, hat weder einen Kofferraum (man darf nicht vergessen, dass wir hier ausschließlich mit Backpackern unterwegs sind, die echt große Rucksäcke haben!), noch eine Klimaanlage noch sind die Sitzbänke auch nur annähernd komfortabel. Nichts desto trotz werden in diesem Bus alle (!) Sitzplätze mit Fahrgästen belegt und wir fragen uns allen Ernstes wo das ganze Gepäck denn noch Platz finden soll!? Nach einer weiteren Stunde (die seitens des mittlerweile schweißnassen Busfahrers genutzt wurde, um den Bus zu beladen) wissen wir wie es funktioniert! Wir sind über uns, neben uns, unter uns und im Mittelgang des Busses komplett mit Rucksäcken zugebaut!!! Niemand kann mehr aufstehen und geschweige denn den Bus verlassen - an eine evtl. Vollbremsung darf man erst gar nicht denken… Die Straße zum Grenzübergang Poipet wird schon in allen Reiseführern als eine der Schlechtesten in Kambodscha bezeichnet und ich muss sagen… zu Recht! Durch die Schotterpiste wird man permanent durch gerüttelt (schon nach 10 Minuten verspürt man ein unangenehmes Kribbeln in den Beinen, was auch nach 3 Stunden nicht aufhört), der Motor heult so, dass man sein eigenes Wort nicht verstehen kann und die gebuchte Klimaanlage bedeutet einfach nur Fenster auf …

Niemand wird sich wundern, dass trotz der Extrem-Beladung der Bus alle Stunde für 30 Minuten an einem Rastplatz hält…. Beim ersten Halt haben wir nur gelacht, da wir dachten dass ein Ausstieg aus dem bis unter’s Dach bepackten Bus niemals möglich wäre. Aber wir wurden eines Besseren belehrt! Der Busfahrer hat darauf bestanden, dass auch die letzte Person von hinten über das gesamte gestapelte Gepäck aus dem Bus klettert, um ihn danach abschließen zu können (das dauert zwar ein bisschen aber dafür kann man ja auch länger Pause machen). Immer daran denken - das mit im Bus verbleibenden Gästen kein Geld zu verdienen ist!).

 

So kommen wir nach 3 Stunden Fahrt am Grenzübergang Poipet an…

 

Hier heißt nun inklusive Gepäck aus dem Bus aussteigen und die Grenzformalitäten erledigen. Dies dauert rund eine weitere Stunde bis wir auf der thailändischen Seite von einem neuen Guide in einen neuen Bus gelotst werden (dieses Mal ist es auch wie gebucht ein richtig großer Reisebus). Die Begrüßung des Guides lautete ungefähr wie folgt: „Herzlich Willkommen auf Ihrer Fahrt nach Bangkok. Die Fahrt wird ca. 4-5 Stunden betragen - leider haben wir derzeit ein kleines Problem mit der Klimaanlage im Bus und müssen kurz vor der Buszentrale (10 Minuten von hier entfernt) anhalten um die Batterie aufzuladen. Außerdem werden wir in ungefähr 45 Minuten für eine Stunde an einer Raststätte anhalten, um essen und trinken zu können.” 1 Stunde Pause, bevor es überhaupt richtig los gegangen ist??? Um ehrlich zu sein, wir hängen diesem Gedanken nicht wirklich lange hinterher, da es in dem vollbesetzten Bus bereits um die 40°C hat und uns allen der Schweiß nur so die Gesichter und Körper herunter läuft. Wir halten auch schon vor der Buswerkstatt und warten, dass die Batterie schnellstens überbrückt wird, damit wir mit unseren bislang 2 Stunden Verspätung überhaupt bald in Bangkok ankommen. Nachdem die Monteure und der Busfahrer mittlerweile 3 verschiedene Batterien versucht haben, kriechen die ersten Fahrgäste aus dem Bus, da wir alle kurz vor dem Hitzekoller stehen! Es dauert letztendlich 45 Minuten, bis die Klimaanlage wieder geht - und unter dem Beifall der Reisenden steigen wir erleichtert wieder in den Bus. Die Fahrt bis zur nächsten Raststätte dauert gerade Mal 30 Minuten bis wir wieder für 40 Minuten den Bus verlassen sollen, um essen und trinken zu können. Unsere wilden Proteste werden leider mit dem Argument abgetan, dass sicherheitshalber nochmal die Batterie getestet werden sollte (was will man da schon sagen - ohne AC wäre die Fahrt unmöglich!) Also steigen wir aus dem Bus aus und bestellen schön brav essen und trinken beim Bruder des Busfahrers. Etwas verwundert sind wir nur, als der Motor des Busses an-, die Türen zugehen und er ohne Fahrgäste einfach so vom Hof fährt… Die Erklärung des Bruders ist, dass er sicherheitshalber nochmal in die Werkstatt gefahren ist - aber gleich wieder kommt…. Ich könnte jetzt anfangen über das Wort „gleich” zu sinnieren - mache ich aber nicht und sage nur, dass dieses „gleich” nach 4 Stunden warten vorbei war (mittlerweile ist es 17 Uhr - und wir sind gerade mal kurz hinter der Grenze!). Keiner von uns wusste in diesen 4 Stunden was denn nun tatsächlich vor sich ging und ob der Bus mit unserem gesamten Gepäck überhaupt wieder kommen würde…

 

Alles in allem ging es aber lediglich darum einen schönen Umsatz in der Raststätte des Bruders zu generieren sowie die Leute so lange zu maltretieren, bis sie völligst entnervt und hundemüde zu später Stunde (es wurde tatsächlich 22:30 Uhr - anstelle der angekündigten 15 Uhr) in Bangkok direkt an der Kao San Road den gierigen Tuk Tuk Fahrern zum Fraß vorgeworfen werden konnten. Diese sind nämlich wiederum von den Hostels abgerichtet worden und ziehen auf Provisionsbasis die Touristen in deren Unterkünfte… Ein Teufelskreis…

 

Der Witz an der ganzen Sache ist, dass wir darüber sowohl in Foren als auch in unserem Reiseführer bereits gelesen haben - aber leider auch keine Ahnung haben welche der ganzen Reiseunternehmen denn letztendlich als seriös eingestuft werden können… Noch dazu hatten wir bereits im Vorfeld ein Hostel gebucht, so dass an uns schon mal nichts verdient werden konnte. ABER mit gefangen - mit gehangen… So ist das wohl! Herzlich Willkommen in Thailand Touristenfalle Thailand Kao San Road Kambodscha  Von Kambodscha nach Thailand   mit Vollgas in die Touristenfalle

  • Touristenfalle Thailand Kao San Road Kambodscha  Von Kambodscha nach Thailand   mit Vollgas in die Touristenfalle

Autor: Martina
Datum: Freitag, 6. März 2009 6:02
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5 Kommentare

  1. Brigitte Pickhardt
    Freitag, 6. März 2009 17:31
    1

    hallo ihr zwei,

    es ist schon interessant, dass man als zivilisierter europäer so etwas mal erleben möchte. würde man all das von euch erwähnte nicht am eigenen leib spühren - mal ehrlich - man würde es nicht glauben! - also,augen zu u durch-
    lg deine mama

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  2. 2

    oh - und es gibt bestimmt eine ähnliche Geschichte zu den Tuk Tuk Fahrern in Bangkok, oder?
    Wieviele Juweliere und Schneiderlein musstet ihr besuchen bevor ihr zu dem Tempel gefahren wurdet den ihr wirklich besuchen wolltet ;-)

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    Martina Reply:

    Du wirst lachen - aber vor den Tuk Tuk Fahrern waren wir bestens “geschützt”. Und auch vor den Bootstouranbietern. Aber vielleicht ist es normal, dass man jedes Mal eine neue Lektion zu lernen hat ;-)

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  3. 3

    ohne lästern zu wollen, wen ihr wenigstens angeben würdet, mit welchem unseriösen unternehmen ihr hier unterwegs wart könnte ich in 10 jahren wenn ich die reise nachmache wissen, welches busunternehmen ich meiden muss ((-:

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    Martina Reply:

    Also bitte! In 10 Jahren sind unsere Tips voelligst ueberholt und Du musst eh Deine eigenen Erfahrungen machen… Ausserdem weiss man bei dem ganzen Hick Hack auch am \ende gar nicht mehr mit welchem Veranstalter man letztendlich nun tatsaechlich gereist ist ;-)

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