Beiträge vom Februar, 2010

Die Floating Islands und die Uros

Dienstag, 16. Februar 2010 7:00

Vorne weg: Sie sind wirklich einmalig aber auf der Rangliste der nur noch für Touristen existierenden Sehenswürdigkeiten rangieren die Floating Islands wohl direkt hinter den Floating Markets in Thailand.
Die Uros, von denen es nur noch einige hundert gibt, leben seit Jahrhunderten auf diesen selbst gebauten schwimmenden Inseln. Ihr Leben rankt sich komplett um die schilfartige „Totora“-Pflanze, die in den seichten Gebieten des Titikakasees wächst. Sie essen sie (neben Fisch) und flechten ihre Inseln, Häuser, Boote sowie Souvenirs aus ihr. So haben sie vor langer Zeit eine autarke Lebensweise auf dem See entwickelt die sie vor dem Einfluss der Inka und anderen Versuchen der Assimilation schützte. Heutzutage haben sie sich (natürlich) wild gemischt und die meisten ziehen verständlicherweise ein Leben auf dem Festland mit all dem Komfort dem kargen ursprünglichen Inselleben vor. Puno, eine große peruanische Stadt liegt in Sichtweite, 45Minuten mit dem Boot entfernt. Trotzdem gibt es eben noch einige der schwimmenden Inseln, deren Bewohner sich darauf spezialisiert haben für den Lebensunterhalt eine Touristenshow zu veranstalten. Hier wird gezeigt wie die traditionelle Lebensart war und noch in Teilen ist. Dann kann man “ihre” Souvenirs kaufen, bei denen aber (vor allem bei den Stickereien) bezweifelt werden darf ob sie wirklich hier noch von Hand gemacht sind. Ich hab mir sagen lassen das Chinesen-Hände mit Transport günstiger produzieren als Uros Hände - aber die Motive sind zumindest Uros. Einen großen Vorteil (zweifelhaft) hat die Klischee-Show Sache aber, es lässt sich auf den Insel völlig hemmungslos alles weg-fotografieren. Das gehört quasi zum Deal. Heraus kommen dann natürlich auch Klischee Fotos. Titicaca Peru  Die Floating Islands und die Uros Macht schon Spass, solange man nicht erwartet das man jetzt wirklich auf „Eingeborene“ trifft lohnt sich ein Besuch.

Anmerkung am Rande: Strom wird hier umweltfreundlich mit Solarzellen erzeugt. Schaut lustig aus mit den Panelen vor den Hütten, siehe Bild 2, links. Bei den Details muss man halt ein wenig weg schauen. Und sie geben sich wirklich Mühe ursprünglich zu wirken, sie verstecken sogar die Cola Plastik Flaschen in ihren Häusern hinter Ballen von Totora.

  • Titicaca Peru  Die Floating Islands und die Uros

Thema: Motiv Serien | Kommentare (0) | Autor: Ahmed

Titikakasee, ach echt jetzt?

Montag, 15. Februar 2010 7:00

So schaut er also aus der Titikakasee. Ok, er ist der höchste „befahrbare“ See Südamerikas und er ist verdammt groß. Die Luft ist klar und lässt Blicke bis nach Boliven zu… aber sonst… nach den zahlreichen „Fantasy“-Seen die wir bisher erleben durften war uns hier zunächst nur ein Gähnen zu entlocken. Nun, um dieses voreilige Statement zu relativieren haben wir noch einen Trip zu den Floating Islands der Uros (hiesige Ureinwohner des Sees) und zwei Inseln gebucht. Wir sind gespannt.
Tips für den Besuch: Sonnencreme. Die Luft ist zwar kühl, aber die Sonne brennt erbarmungslos.

  • Titicaca Peru  Titikakasee, ach echt jetzt?

Thema: Motiv Serien | Kommentare (0) | Autor: Ahmed

Cruz del Cóndor

Samstag, 13. Februar 2010 7:00

Gegen Mittag des zweiten Tages hatten wir es dann geschafft. Wir standen endlich an einem sehr sehr, sehr hohen Felsabhang, nur übertrumpft von der gegenüber liegenden, bzw. stehenden, Felswand des Canyon Colca. Über 3.100m geht es hier in die Tiefe und der Canyon ist hier recht eng, was die Tiefe nochmals betont. Nach dem wir uns an diesen Anblick und die Höhe etwas gewöhnt hatten, legten wir uns so gleich auf die Lauer und… wurden prompt belohnt! Ja wirklich, zahllose Touristen müssen diesen Platz unverrichteter Dinge verlassen, uns zeigte sich nach 15 Minuten gleich eine ganze Condor Familie. Einer nach dem anderen zogen die (bis zu 3,25m Spannweite großen und bis zu 70 Jahre alten) Aasfresser anmutig ihre Bahnen und kreuzten unseren Blick in nur 15m Distanz. Fast zum greifen nahe, wäre da nicht der bodenlose Abgrund. Anbei einige Schnappschüsse.
Hatten wir hier Glück mit den Vögeln, hatten wir vorher das Pech das der Autofokus meiner Kamera (bzw. des Objektivs) in den letzten Tagen den Geist aufgegeben hat. Scharf ist was anderes, aber von Hand bei einem sich bewegenden Objekt… Na ja, dass muss ich jetzt halt üben. Ersatzobjektive auf die Schnelle gibt’s erst wieder in Ländern und Städten mit gut betuchten Endkunden.

Auf dem Rückweg haben wir noch bei einem Bergdrof namens Yanque Rast gemacht. Dort wurden wir Zeuge einer Beerdigung, die wir aber aus Pietätsgründen undokumentiert ließen. Ebenfalls unbeachtet sollten Touristen die Einheimischen lassen, die gefährdete Arten wie den Anden Adler, zur Schau stellen. Sehr traurig zu sehen, das auch „gebildete“ europäische Touristen diese Warnung einfach nicht verstehen (wollen) und fleißig dafür bezahlen sich mit dem gefangenen Vogel auf dem Arm oder Kopf ablichten zu können und somit dieses illegale Geschäft zu Lasten der wenig verbliebenen Tiere bestätigen und fördern. Nach dem Motto: „Coool! Condor und Adler im Fotoausflugsdoppelpack!“ *Knips,Knips,Knips*…

Bleibt zu sagen das der Ausflug recht schön war und empfehlenswert ist. Aber Achtung, wer hier groß Aktivität erwartet wird enttäuscht. Im wesentlichen ist es Busfahren, Essen, Fotografieren. Wer Aktivität möchte, sollte hier eigenständig herkommen. So lassen sich z.B. von Yanque aus wunderschöne Hikingausflüge in die Umgebung machen. Wir machen uns jetzt erst mal auf den Weg Richtung Puno, um den Titikakasee zu besuchen.
Bis dahin!

  • Peru Colca Canyon  Cruz del Cóndor

Thema: Motiv Serien | Kommentare (0) | Autor: Ahmed

Pre-Inka und Inka Terrassen im Cañon Colca

Freitag, 12. Februar 2010 7:00

Am nächsten Morgen ging es weiter im Bus, den Canyon Colca entlang. Heutiges Ziel: „Cruz del Cóndor“, um – Überraschung – Condore zu sehen. War der gestrige Tag schon sehr sehenswert, gab es heute auf dem Weg echte Canyon Impressionen. Hier präsentierte sich uns eine Weite, die wir so nicht erwartet hatten. Hier verliert sich der Blick auf den Fotos schnell, so voll von winzigen Details sind sie – Terrassen, Fluss, Bäume, Dörfer… gerade die letzten 3 Bilder. Es wirkt live einfach am besten. Hat man eine Tour gebucht, so sollte man nicht zögern den Fahrer um eine Fotopause zu bitten. Aussichtspunkte mit Haltemöglichkeiten gibt es genug.

  • Peru Colca Canyon  Pre Inka und Inka Terrassen im Cañon Colca

Thema: Motiv Serien | Kommentare (0) | Autor: Ahmed

Auf nach Chivay

Donnerstag, 11. Februar 2010 7:00

Wie erwähnt hat das Umland Arequipas einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. So machten wir uns also auf den Weg zum bekannten Canyon Colca. Dies lässt sich am einfachsten über eine 2 Tages Tour bewerkstelligen. Den ersten Tag verbringt man dabei leider zu 80% im Bus sitzend, mit einigen Zwischenstopps, um zu essen oder anderen biologischen Notwendigkeiten nach zu gehen. Allerdings ist die Fahrt sehr „scenic“. Durch die Reserva Nacional Salinas y Aguada Blanca über kahle Anden Plateaus, die so genannten „altiplano“, überquert der Bus den höchsten Punkt bei eisigen 4.800m, um dann die Abfahrt nach Chivay zu meistern. Bis dort hin hat man Andenlandschaften wie aus dem Bilderbuch, Alpacas, Vicuñas und zahllose Lamas gesehen, sowie viele farbenfroh gekleidete „Indiginas“ mit ihren Bauchläden fotografieren dürfen – vorher etwas zu kaufen hilft.
Chivay ist mit ihren 4600 Einwohnern die Hauptstadt im Canyonland. Viele Unterkünfte, Restaurants und sogar einige irre lahme Internetverbindungen in Cybercafes zeigen, dass man sich hier auf Touristen eingestellt hat. Da es abends recht frisch wird, ist ein Besuch in den hiesigen Thermalquellen sehr empfehlenswert. Die Nacht lässt sich weiterhin mit dem Besuch einer der zahlreichen Peñas (folkloreistische Tanzshows zum Mitmachen, mit Essen und dem Nationalschnaps Pisco) etwas erwärmen.

  • Peru Colca Canyon  Auf nach Chivay

Thema: Motiv Serien | Kommentare (0) | Autor: Ahmed