Beitrags-Archiv für die Kategory 'Medien'

Enigiemand wat het turned up the Clock? Is dit regtig so laat?

Donderdag, 4. Maart 2010 7:00

Jetzt sind wir tatsächlich schon über ein Jahr unterwegs. Eigentlich war der Plan schon längst wieder in Deutschland zu sein, fleißig Bewerbungen schreiben und gestärkt durch einen langen Urlaub für Körper und Geist, einen Wiedereinstieg in einen verbesserten, hochwertigeren Alltag zu vollziehen.

Haben wir das wirklich so geplant? Warum eigentlich? Was erwartet uns denn schon großes außer einer an einem Stab gebundene Möhre die uns vor den Karren gespannte Esel aufgebunden wird, Die, egal wie schnell wir auch galoppieren stets im gleichen unerreichbaren Abstand lecker saftig vor unserem Maule baumeln wird?
Geld, ein künstliches und offensichtlich mittlerweile komplett entfesseltes Machtinstrument in privater Hand, ohne Rückkopplung an natürliche Ressourcen oder Wirtschaft, ohne Verfallsdatum und der Möglichkeit unendlich angehäuft zu werden. Ein wenig greifbares Papier und Münzen für das Volk aber zum Großteil nur virtuelle Bits und Bytes in den Kommunikationsnetzen der Banken. Trotzdem, in unseren Köpfen ist es als realer Wert zementiert. Wir wollen es, wir wollen viel, immer mehr davon. Augenscheinlich ermöglicht es jedem ein geordnetes Leben. Tatsächlich ist es die einzige Möglichkeit, um den global komplett aus jedem Verhältnis und Gleichgewicht geraten Besitzstand einiger weniger zu bewahren und über die Grenzen des natürlichen Ressourcen-Wachstums und -Verfalls hinaus mehren zu können. Als gäbe es unendliche Ressourcen, als würden wir ewig leben. Als gäbe es im Sarg ein Portemonnaie. Als könnte man Geld im Zweifelsfall tatsächlich essen.
Diese unsäglichen Illusionen und die daraus resultierenden global asozialen und Nachfolgegeneration aller Menschen missachtenden Verhaltensweisen der westlichen Zivilisation wurden uns vor allem in den armen Ländern zig-fach vor Augen gehalten. Zum einen durch die sichtbare Ausnutzung und Zerstörung der dortigen natürlichen Ressourcen inkl. Menschen. Zu Gunsten einiger weit weg sitzender, bei Lichte betrachtet in einer isolierten Traumwelt lebender Profiteure. Aber vor allem war es dadurch auffällig, dass solche „unendliches Wachstum“ Ansätze unter den ursprünglichen, quasi „Geld und Bank freien“ Völkern fehlten. Der Maßstab für menschliches Glück ist höchst individuell, wir sind uns jedoch sicher, dass das Bruttosozialprodukt nicht dafür taugt.

Nicht das das jetzt eine so große Überraschung oder etwas Neues für uns war. Wer hat nicht schon als „unbefleckter“ Teenager gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt protestiert? Wir haben schon zu Hause, und erneut nach einigen Erlebnissen in Asien beschlossen, bewusst die Augen von diesen Themen abzuwenden. Es ist jedoch eine Sache konditioniert „Daheim“ im gemachten Nest zu sitzen - mit durch Massenmedien, und Werbung weich gekochtem Gehirn - einerseits in ständiger Angst sein Einkommen zu verlieren und anderseits dem Bedürfnis zu konsumieren, ständig mehr zu wollen. Eine ganz andere Sache ist es, wenn mal tatsächlich weder fester Job oder großartig Geld vorhanden sind, man seinen Besitz auf dem Rücken trägt und Massenmedien nur homöopathisch konsultiert. Wenn man dann vor Ort sieht, was unser Wohlstand, unser wahrscheinlich arglos aber definitiv mit gierigen Hintergedanken zu Bank gebrachtes Geld über drei Ecken in aller Welt mit Mensch und Natur anrichtet. Wenn man auf Grund dieses neuen Status ebenfalls vor Ort mit darunter leidet, dass zerstört zwangsläufig den durch unseren physikalisch behüteten Alltag an trainierten Schutzschild unseres Gewissens und weckt neben Scham seiner selbst ein daraus resultierendes Bedürfnis zu helfen, es anders und besser zu machen.

Wir hatten ein Jahr, nichts dergleichen ist passiert. Das wir nun quasi unverrichteter Dinge wieder zurückkehren sollen, um uns erneut in eben diesen Sumpf mit all seinen internationalen Kausalitäten zu begeben, dass können wir uns zur Zeit noch nicht recht schön malen. Trotzdem, wir werden es schon bald müssen, wir können nicht anders. Als Teenager unterliegt man dem aktionistischen Glauben man wäre immens wichtig und könnte im Alleingang die Welt retten, man muss nur anfangen. Wir wissen jedoch, wir haben nichts dabei auf das die armen Länder dieser Welt gewartet hätten. Keine Lösung ihrer Probleme, kein außerordentliches Wissen, keinen Einfluss, nicht mal ausreichend Geld. Wir sind einfach weitere Touristen die Wasser predigen und Wein trinken. Wir kennen nur unsere paradoxe, Geld getriebene Wohlstandsgesellschaft. Wir sind und bleiben ein Teil davon. Sich darin erfolgreich (Paradoxien opportunistisch ausnutzend) zu bewegen, dass ist was wir gelernt haben, dass ist was wir können - worauf wir uns isoliert betrachtet sogar freuen weil es uns in unserem deutschen Mikrokosmos so „gut“ geht. Es ist schlicht das, was uns überhaupt erst diese Reise und so vieles mehr damit einhergehende ermöglicht hat.

Schade eigentlich, nimmt man landläufig nicht zunächst an, ein „Sabatical“ würde einer positiven geistigen Säuberung gleichkommen? Das einzige was bei uns gut gesäubert wurde, war der Glaube das sich Menschen gemeinschaftlich organisiert und langfristig aus ihrer kantschen „selbst verschuldeten Unmündigkeit“ befreien können, uns wie dargelegt nicht ausgenommen. Wir stolpern anscheinend lediglich von einer Unmündigkeit in die Nächste. Aber ist das nicht am Ende einfach das Leben? Und das Leben ist zumindest für uns zu kurz um es deswegen mit Groll gegenüber uns selbst zu füllen. Ein schwerer Unfall und eine Naturkatastrophe bei der Glück über Leben und Tod entscheiden haben, haben uns recht eindrucksvoll gezeigt wo im Zweifelsfall der Hammer hängt, of. liegt. Nicht in unseren bescheidenen Händen. Jeder Tag könnte der letzte sein, man sollte ihn auch so genießen. Auch keine Neuigkeit, aber selten hat das so viel Sinn gemacht wie im letzten Jahr. Wir wollen versuchen dieses Gefühl zu konservieren.

Woran wir uns außerdem mit Freude erinnern werden, woraus sich Kraft und Motivation für die Zukunft schöpfen lässt, ist die Schönheit der Erde. Dieser Planet ist voll von natürlichen Wundern, atemberaubenden Landschaften, wunderschönen und anmutigen Tierenund eins steht fest, weil wir eben auch in Zukunft mehr davon erleben und sehen wollen, machen wir schon bald genau so weiter wie wir vor über einem Jahr aufgehört haben. maar, in voller Akzeptanz unserer moralischen Scheinheiligkeit. So negativ es klingen mag, so ein große Erleichterung ist es. Als hätte man irgendwo gebeichtet.
Wir freuen uns!

  • Chile Bolivien  Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?

Onderwerp: Afskeid, Media, Vooruitsigte, Opskrif | Kommentaar (2) | Skrywer: Ahmed

Aus gegebenem Anlass: Starkes Erdbeben in Chile, uns geht es gut.

Saterdag, 27. Februarie 2010 15:20

Gestern noch über die Plattentektonik vor Süd Amerika schwadronierend, haben wir sie heute morgen direkt zu spüren bekommen. Die Nazca Platte schob sich heute morgen gleich einige Meter weiter unter die Süd Amerika Platte und löste so ein ein Erdbeben der Stärke 8,8 (Richterskala) im Pazifik vor der Küste Chiles aus. Die Großstadt Conception liegt direkt neben dem Epizentrum und hat so die schlimmsten Schäden erlitten. Auch die nördlich davon gelegene Hauptstadt Santiago wurde in Mitleidenschaft gezogen, so ist z.B. der Flughafen für eine Woche geschlossen worden. Die Zahl der Todesopfer wird bisher mit 80 beziffert. Der resultierende Tsunami war hier nicht so stark, könnte aber noch Schäden in Australien anrichten. Der heute morgen ausgerufene Katastrophenzustand sollte schon Wirkung zeigen. Chile ist im Vergleich zum Rest Südamerikas ein europäisch anmutendes, reiches Land mit guter Infrastruktur, Organisation und Notfallversorgung.
Wir sind zur Zeit 350km Luftlinie nördlich von Santiago, in der Küstenstadt La Serena und haben um etwa 3:45 Uhr morgens, im Bett liegend nur ein etwa 30 sekündiges, gespenstisches Wackeln unserer Unterkunft wahrgenommen. Hundegebell und ausgelöste Alarmanlagen, dann war der Spuk hier beendet. Aktuell ist hier noch Stromausfall, weswegen der Artikel erst so spät kommt. Wie sich der Vorfall auf unsere Reiseroute auswirken wird, wissen wir zur Zeit noch nicht. Wir hoffen inständig, dass die uns bekannten Freunde, die zur Zeit in Chile unterwegs sind ebenfalls mit dem Schrecken davon gekommen sind.

Mehr zum Thema (spanisch):
BBC Artikel

Update 2.März :
Chile-Beben hat Erdachse verschoben

Update 4.März :
Wir sind seit gestern in Valparaiso. Klasse Stadt! Hier gab es gestern noch einige Nachbeben mit Epizentrum direkt vor unsere Haustuer - sozusagen. Schon krass wie die Chilenen hier damit umgehen. “Back to normal, asap!” ist hier das Motto, sehr sympathisch, koennen sich die Deutschen mal ne Scheibe von abschneiden. Wir werden trotzdem morgen schon ueber die Anden nach Argentinien fahren.

Update 6.März :
Wir sind raus aus demRisikogebiet”. Bus-Megatrip nach Buenos Aires, erfolgreich gemeistert. Nachrichten aus Chile gibts ab jetzt jetz nur noch aus den News-Kanälen der üblichen Verdächtigen.

  • Chile  Aus gegebenem Anlass: Starkes Erdbeben in Chile, uns geht es gut.

Onderwerp: Media, Opskrif | Kommentaar (12) | Skrywer: Ahmed