Beitrags-Archiv für die Kategory 'Perspektiven'

Abschied von Kho Phi Phi – Letzte Eindrücke und Auswürfe

Freitag, 20. März 2009 3:20

Nach nunmehr zwei Wochen echtem „Traumurlaub” auf dieser fantastischen Insel, haben wir schweren Herzens beschlossen, uns weiter nach Malaysia zu bewegen - genauer gesagt für einige Tage nach Langkawi, bevor wir erneut einen weiteren Großstadtdschungel in Augenschein nehmen werden: Kuala Lumpur.

Nun sitze ich hier wie so häufig am Morgen in den letzten Tagen in D’s Book Shop mitten im Zentrum von Phi Phi Town, es ist bereits jetzt gute 26 Grad warm, und die ewig gleiche (einzige?) aber angenehme Jazz CD rotiert im HiFi und vermischt sich mit dem (verbrennungsmotorfreien) Geräuschen der Straße. Ich trinke einen Kaffee Latte, schaue mir die Leute an die hier recht entspannt barfüßig oder in Flip-Flops vorbeischlappen und schlurfen, und frage mich „Was ist hängen geblieben? Warum schweren Herzens?”.

Klar! Bei der Kulisse, wer würde da nicht gerne länger bleiben. Scheint hier die nächstliegende Antwort zu sein. Aber das war es nicht alleine, zumal wir eben nicht in einem Sterne Ressort oder einer Bungalowanlage residierten, sondern unseren Wünschen und Budget entsprechend in einem schlichten aber funktionalen Zimmer, nur mit Ventilator und Kaltwasserdusche, ohne Klimaanlage, Kühlschrank, TV und jeglichem anderen Komfort bzw. für diese Insel überdimensionierter Schnick-Schnack.

Zuallererst war es hier durch die Dauer des Aufenthaltes und der übersichtlichen Größe der Insel schnell möglich Menschen kennen zu lernen. Nicht die zahlreichen auch nach „größeren” small-talks namen- und gesichtslosen Touristen, die i.d.R. gerade hier nicht so sind wie sie sonst sind, sondern eher im karnevalsähnlichen Ausnahmezustand. Kennen gelernt haben wir einige Bewohner der Insel. Menschen die hier geboren sind, seit Jahrzenten hier leben, hier arbeiten und einen Alltag haben. Ein Tattoo Studio, Lederwarenladen, Restaurant, eine Bar oder ein Guesthouse betreibend oder betreuend.

All diese Menschen schienen eines gemeinsam zu haben, eine ausgesprochen ansteckende Ruhe. Ich weiß noch genau wie ich mich am ersten Tag geradezu störend aufgedreht fühlte. Ständig interessiert an der Uhrzeit, viel zu schnell redend, dauernd in Bewegung. Nun, schon nach kürzester Zeit bemerkten wir, das egal welche Uhr wir an einer Wand hängen sahen, sie alle verschiedene Uhrzeiten anzeigten. Nicht fünf Minuten Unterschied, nein die Zeit war mehr oder minder willkürlich eingestellt. An einer Uhr, war es halb zwei, zehn Meter weiter war es kurz vor sechs und wieder zehn Meter weiter Punkt zehn - und zwar immer, diese eine Uhr stand einfach still. Also legten auch wir unsere Uhren ab. Der Effekt war grandios. Wir lauschten einfach nur noch unserer inneren Uhr. Wir gingen zu Bett, wenn es „Zeit” dafür war, und wachten absolut ausgeschlafen dann auf, wenn unser Körper das für richtig hielt. Das hieß nicht das wir geschlafen haben bis mittags um zwölf. In der Regel waren wir nachts zwischen elf und ein Uhr im Bett und wachten zwischen acht und neun Uhr morgens auf - wie sich herausstellte. Wir kauften frisch ein und aßen wenn wir Hunger hatten, wir schwammen im Meer oder liefen wenn wir uns bewegen wollten, wir lagen einfach nur im Schatten wenn wir liegen wollten. Dieser recht ursprüngliche Lebenswandel, mit viel Bewegung, viel Schlaf und viel nachdenken beim täglichen kräftigen Gewitter am Abend, ließ uns sehr bald sehr ruhig werden - im positivsten Sinne. Gerade jetzt während ich diese Zeilen schreibe fühle ich mich rundum so richtig wohl. Man fokussiert sich sich auf sich selbst und sein nächstes Umfeld. Viele der Ereignisse die einen sonst täglich schon beim lesen der Nachrichten ins Unglück stürzen sind jetzt tatsächlich so weit weg, wie sie es de facto nun mal sind: Zu weit weg um irgendwie Einfluss darauf zu haben. Hier ist mir zum ersten mal richtig klar geworden das ich gerade völlig frei von beruflicher Hackordnung bin. Nun, machen wir uns nichts vor, die gesellschaftliche Hackordnung lässt sich nicht ausblenden, auch hier nicht - aber man rutscht hier fast automatisch in eine zurückhaltende Beobachter-Position. Kein Gedanke bleibt dabei auf der Strecke. Man denkt hier vieles was einen gerade beschäftigt einfach zu Ende und lässt es dann auf sich beruhen. Kein abendliches Zähneputzen mit unbeantworteten Fragen des durchexerzierten Tages, keine großen Sorgen mehr. Einfach müde, satt und zufrieden einschlafen und sehen was der nächste Tag bringt. Leben im „jetzt” und vor allem im „hier”. Ich hatte noch nie so etwas wie eine Kur - aber ich würde sagen die Zeit hier war eine. Vor allem die Gewissheit die Dauer dieser Kur selbst bestimmen zu können, wirkte ausgesprochen befreiend.

Wie sehr dabei Körper und Geist voneinander abhängen wurde mir ebenfalls deutlich vor Augen geführt. Ich hatte seit Ende 2008 einen Hautausschlag, von dem ich angenommen habe, dass er psychosomatisch bedingt war. Ich war mir sicher, sobald ich gekündigt habe wird es bessere. Das wurde es nicht. Tatsächlich war er in Phnom Penh immer noch da. Zwei Wochen hier, und nichts davon ist übrig. Einfach verschwunden. Ohne Medikation im wörtlichen Sinne.

 Eines ist gewiss, dass war nicht unser letzter Aufenthalt in dieser Ecke Thailands. Und da wir nicht wegen Visa Problemen mit unserem bereits verlängerten Visa auf die schwarze Liste wollen (gibt’s wirklich), müssen wir leider jetzt auch schon weg.

  • Thailand Kho Phi Phi  Abschied von Kho Phi Phi – Letzte Eindrücke und Auswürfe

Thema: Abschied, Perspektiven, Unterwegs | Kommentare (8) | Autor: Ahmed

Fundstueck aus dem Gaestebuch

Mittwoch, 11. Februar 2009 11:40

(8) Alexander v. Humbled

Mon, 2 February 2009 17:27:55 +0100

Konstruktivismus und Weltreise (drunter mach ich’s nicht)

Also pass auf: Messer sind Konstruktionen, deshalb: gleich die Axt nehmen: Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. Vom Franz, der mit den Pornoheften. Aber sonst, ein reiner Titan. Jetzt Frage, ist das Watzlawick- Messer die Axt für unser gefrorenes Meer oder sind Axt, Meer und Messer ein und dasselbe? Konstruktivismus ist ja auch erst mal `ne Axt. Aber: auch schon wieder problematisch, weil Problem der Rekursivität, weil Konstruktivismus auch nur viable Konstruktion und so weiter. Also gleich Foucault und Münchhausener Trilemma und der ganze Spaß, dann wenigstens aufrichtiger infiniter Regress. Jetzt pass auf, Zusatzproblem: vollständig verständlich sowieso erst mit dem unverständlichen Unvollständigkeitssatz vom Kurti.

Apropos Foucault: Das Autorenbild vom A. ist ja auch der Inbegriff, drunter macht er’s nicht. Aber schon wieder gut. Bloß, der Autor ist ja tot, weil er ja nur Sklave vom ordre du discours. In der Sprache gefangen. Die Welt endet da, wo die Sprache aufhört, insofern keine Welt außer allem, was der Fall ist. Sagt der Ludwig. Insofern interessant: Weltreise. Kann man also auch zu Hause machen. Der Kant ja immer nur in Königsberg hinterm Ofen und trotzdem Kritik der reinen Dings. Aber Weltreise ist gut fürs Gehirn, insofern gut für Alles. Weil je breiter der Weg der Viabilität, desto besser. Gut, Coelho ist ja der Inbegriff für Wege und so weiter, aber esoterische Selbstfindung ist eben auch schon wieder absoluter Dings. Aber Gehirn! Besser selber Godot sein, als ewig warten und dann wundern, dass niemand kommt. Weil Godot ja sowieso reine Konstruktion. Deshalb Goethe/ v. Goethe statt Coelho. Und in Italien war man schon, insofern heutzutage: Weltreise.

Gute Reise!

Hahaha! Danke fuer diesen philosophischen Roundhousekick. Bist Du das Philipp?
Jedenfalls sind die Dinge manchmal trivialer als sie scheinen. Spassgesellschaft, Hedonismus, Realitaet die so weit reicht wie der angewachsene Arm und so. Kann man mal machen, aber mindestens fuer ein Jahr, drunter mach ich’s nicht mehr, da hast Du Recht. Alles andere waere bestenfalls Fasching, nicht gut fuer’s Gehirn. Hier gab es offensichtlich ein Perzeptionsproblem. Allerdings ist das mit dem Titel und der Autorenseite auch ne miese Faehrte die da ausgelegt wurde Philosophie Gehirn Chuck Norris  Fundstueck aus dem Gaestebuch

Cheers!
Ahmed

P.S.: Schau mal wieder rein.

  • Philosophie Gehirn Chuck Norris  Fundstueck aus dem Gaestebuch

Thema: Allgemein, Alltag, Perspektiven | Kommentare (0) | Autor: Ahmed

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Montag, 19. Januar 2009 2:15

 

 

 

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Machs gut Wohnung!

Schön wars.

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Thema: Abschied, Perspektiven | Kommentare (0) | Autor: Ahmed