Beitrags-Archiv für die Kategory 'Perspektiven'

Hostel La Paz und das Kreativitätstsloft

Donnerstag, 10. September 2009 8:05

Wie schon im letzten Artikel beschrieben sind die Unterkünfte in San Marco La Laguna wirklich einzigartig! Im dichten, grünen und Licht durchfluteten Urwald liegen kleine Hütten im ursprünglichen Stil aus Holz, Stein und Lehm gebaut. Wir sind im „La Paz“ gelandet, eine Lofthütte mit Gallerie unter dem mit Palmenblättern gedeckten Dach und Freiluftdusche. Das obere Geschoss diente während unseres Aufenthaltes als kreativer Platz um unsere Bilder der letzten 3 Wochen zu sortieren, aufzubereiten und mal wieder etwas mehr zu texten). Zudem hat man wunderbare Möglichkeiten sich zwischen dem Garten, dem See, der Mayasauna sowie den ganzen nahe gelegenden Tiendas aufzuhalten. Man kann sagen, dass wir hier einen Platz gefunden haben, den wir so in Guatemala nicht erwartet haben. Fast ein bisschen schade, dass es nur 3 Nächte sind, da wir dann schon nach Nicaragua aufbrechen (ebenfalls ungeplant aber wärmstens empfohlen)…

  • Guatemala  Hostel La Paz und das Kreativitätstsloft

Thema: Motiv Serien, Perspektiven, Unterwegs | Kommentare (4) | Autor: Martina

Henequen Hacienda

Donnerstag, 20. August 2009 7:00

Henequen (Sisal) stellte lange Zeit eines der wichtigsten Exportgüter der Region um Mérida dar. Großabnehmer wie Volkswagen polsterten mit der Faser z.B. Autositze. Die Sisalfaser wird aus den Blättern einer Agaven-Art gewonnen und diente Jahrhunderte lang als Materialgrundlage für Taue, Seile, Garne und Teppiche. Nun, wie das so ist, gibt es mittlerweile günstigerer Kunststoff-Alternativen sodass die hier ehemals so wichtige Industrie stark geschrumpft ist. Das Exportvolumen ist seit Mitte der 80′er um 80% gesunken.
Es gibt jedoch Hoffung, hohe Rohölpeise und neue Verwendungsmöglichkeiten der Faser als Verbundstoff könnten der Henequen Industrie in naher Zukunft ein goldene Renaissance bescheren.

  • Yucatan Mexiko  Henequen Hacienda

Thema: Motiv Serien, Perspektiven | Kommentare (0) | Autor: Ahmed

Chichén Itzá” & Exkurs zum Maya Kalender

Montag, 10. August 2009 21:25

Zu den „must do’s” für den kulturell interessierten Besucher der Yucatán Peninsular gehört mindestens ein Besuch einer der zahlreichen historischen Maya Stätten. Chichén Itzá stellt diesbezüglich die am besten restaurierte Stätte dar, die mit ihren Gebäuden einen guten Einblick in die Maya-Welt zwischen dem 8. und 14. Jahrhundert gewährt. Eine Zeit in der sich gerade im ersten Viertel aus Maya Sicht vieles veränderte. Die Zeit als die Toltec aus dem Norden Mexikos für das Ende der klassischen Maya Periode (250-925AD) sorgten und mit ihren technologischen und kulturellen Einflüssen die so genannte post klassische Periode (925-1530 AD) einleuteten. Dem entsprechend präsentiert sich Chichén Itzá durch eine konsequente Mischung aus klassischer Maya Puuc Architektur und dem mexikanischen Hochlandstil der Toltec. Abbildungen von sowohl Chac-Mool dem schlangenähnlichen Regengott der Mayas, als auch Quetzalcóatl, dem gefiederten Schlangengott der Toltec sind hier in großer Stückzahl zu finden. Blutige Opferrituale erfuhren zu dieser Zeit ihren Höhepunkt, auch dies ist auf zahlreichen Gravuren zu erkennen. Wenn man sie zu Gesicht bekommt, denn leider sind die Gebäude von Chichén Itzá mit einer einzigen Ausnahme z.Z. nur von außen zu besichtigen.

Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender

Das architektonische „Filetstück” in Chichén Itzá ist ohne Zweifel „El Castillo” bzw. die Pyramide des Kukulcán (Maya für Quetzalcóatl). Die wie ein Mantel auf einem klassischen Tempel (der bis heute einen roten Thron des Jaguars und ein Chac-Mool Bildnis beherbergt) gebaute Pyramide ist von außen wie die Säulenhallen von Chichén Itzá voll und ganz post-klassisch Toltec. So zieren Toltec Krieger die oberste Plattform und riesige gefiederte Schlangen (eben Kukulcán bzw. Quetzalcóatl) säumen den Treppenaufgang zu beiden Seiten. Und jetzt kommt’s, die Pyramide ist so ausgerichtet, das zwei mal im Jahr (20. auf 21. März und 21. auf den 22. September - die Frühlings und Herbst Wende, zwischen denen die Fruchtbare Zeit des Ackerbaus liegt) die Morgen- und Nachmittagssonne an den Kanten der Pyramide vorbei scheint und ein Schattenbild einer sich windenden Schlange erzeugt, das exakt auf die Schlangen am Treppenaufgang fällt und ihnen so „Leben” einhaucht. Die Maya hatten offensichtlich ein recht genaues Bild von kosmischen Konstellationen und konnten sehr genau voraussagen wann, welche Konstellation (mit welcher Auswirkung?!) zutrifft. Der Grund bzw. die Methode dafür ist ebenfalls in der Pyramide verewigt. Die Maya haben durch intensive Beobachtung der Sterne (Auch Chichén Itzá hatte wie andere Maya Niederlassungen ein Observatorium) einen legendären, auf Basis einer von Klapperschlangen (!) abgeleiteten Ordnung, außerordentlich exakten Kalender entwickelt bzw. verifiziert. Tatsächlich sind es 2 ineinander verzahnte Kalender, bestehend aus 3 verzahnten Ringen mit unterschiedlichen Zeitspannen von 13 Tagen (bitte merken), 260 Tagen (13×20, bitte merken) und 365 (18×20+5 - dazu später mehr) Tagen. Klingt verwirrend, ist es auch - am Anfang. Wichtig sind Zahlen 13 und 20 denn sie sind quasi das Geschenk der Schlange (Kukulcán bzw. Quetzalcóatl), das, oh Zufall oder nicht, mit der Astronomie bestens korreliert.

Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender

Die Pyramide des Kukulcán ist jedenfalls nichts geringeres als ein gigantischer, massiver in Stein gehauener Maya Kalender, der wie der Name schon sagt eine oder besser DER Schlange huldigt, indem gezeigt wird, das man die Sonne berechnen kann, indem eine bzw. DIE Schlange projiziert wird, die wiederum die Basis des ganzen Theaters ist - sozusagen… Jede der neun Ebenen der Pyramide ist durch einen Treppenaufgang durch zwei geteilt und stellen so die 18 Monate dar die ein vages Maya Jahr hat. Vage deswegen, da die Jahreszeiten nicht exakt an bestimmten Tagen beginnen. Die 18 Monate dauern immer 20 Tage. 20 Tage, genau die Zeit in der sich bei der Yucatan endemischen Crotalus Durissus Klapperschlange die Zähne erneuern. 18×20 sind 360 Tage, was nicht ganz mit dem astronomischen Jahr zusammenpasst. Es gibt dafür einen extra „Monat” mit 5 Tagen im Jahr der nicht als Monat gezählt wird, aber das Jahr auf 365 Tage komplettiert. Das ist wiederum etwas, das den Kalender frei von Nachjustierungen macht - im Gegensatz zu unserem Kalender.
Die Treppenaufgänge selbst haben auf jeder der vier Seiten der Pyramide 91 Stufen, mit der obersten Plattform sind das 365, die Anzahl der Tage eines astronomischen Jahres - der große Ring im Maya Kalender (365 Tage). Auf jeder Seite der Pyramide sind 52 Tafeln angebracht. 52 Jahre benötigen der mittlerer und große Ring um im Ausgangspunkt zu korrelieren und somit einen sog. langen Zyklus abzuschließen. Der innerhalb des mittleren Ringes liegende kleine Ring hat 13 Zähne, wie die 13 labialen Schuppen einer Klapperschlange. Labial heisst quasi über, und unter dem Mund, rechts oben 13, rechts unten 13, links oben 13 und links unten 13 macht in Summe 52. Jedenfalls ist die Zeitspanne des durch den kleinen Ring gesteuerten mittleren Rings 260 Tage. Quasi der Schlangenzyklus, der den großen Ring mit dem astronomischen Zyklus antriebt.
Ein weiteres in dem Zusammenehang (Schlange als Kalender-Grundlage) sehr gut passendes Indiz ist das Maya Schriftzeichen bzw. die Hieroglyphen für Uinal. Uinal ist das Maya Wort für 20 Tage. Maya Hieroglyphen gab es, insbesondere für Zahlen in zwei Varianten. Zum einen die reguläre und die Kopf-Variante. Kopf-Variante da sie immer einen Kopf beinhaltet hat. Und so sehen jednfalls die beiden Versionen für Uinal aus:
Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender bzw in der Kopf Variante Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender
Die erste Darstellung zeigt deutlich den Rachen einer Schlange, DER Klapperschlange Crotalus Durissus, mit den zwei Giftzähnen rechts und links, die sich - wie gesagt - alle 20 Tage erneuern. Die Kopfdarstellung hat zumindest eine Spirale am Kiefer. Ein Symbol der Erneuerung? Oder gar einer Spirale liegenden Schlange?
Das typische Rücken Muster der ruhenden (typischerweise im Ring liegenden) Yucatan Klapperschlange (Crotalus Durissus), ist übrigens ein gleichseitiges Rechteck mit mittigem Kreuz. Quasi die hier erwähnte Pyramide von oben, und wird von 13 (Hoppla) Hautschuppen pro Seite gebildet. Wer mit dem Hintergrundwissen durch die Ruinen geht, wundert sich jedenfalls nicht mehr über das immer und immer wiederkehrende Motiv bzw. Muster der Schlange und der Spirale.

Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender

Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender

Nun, bewiesen ist bis dato nichts. Es lässt sich einfach nicht garantiert sagen warum die Zahlen so gewählt wurden - ich persönlich finde die Schlangenerklärung jedenfalls mehr als plausibel. Die Mischung von Beobachtung der unmittelbaren biologischen Umgebung und des Himmelszelt als Verifikation und Ursprung der massiven Schlangenverherung. Andere Menschen bringen Schwingungen bzw. Frequenzen, Fraktale und kosmisches insider Wissen als Grundlage des kleinen Maya Kalenders ins Spiel. Nun ja, vor dem Hintergrund das die klassischen Mayas noch nichtmal in der Lage waren einen richtigen Torbogen zu bauen, finde ich das dann doch ein wenig zuuu technologisch. Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender
Im Übrigen korrelieren alle 3 Ringe des Maya Kalender nur höchst selten. Zum ersten mal seitdem dem modernen Menschen am 23.12.2012 - wenn wir das mit unserem Kalender überhaupt so genau sagen können. Ein Datum was einige als Untergang der Menschheit, andere als Aufbruch in ein goldenes Zeitalter durch die Wiederkehr von Quetzalcóatl (Der Schlangengott höchstpersönlich) prognostizieren. Wir werden sehen. Ist ja nicht mehr so lange hin. Der Maya Kalender ist jedenfalls ein überaus interessantes und facettenreiches Thema, das sich leicht im Internet recherchieren lässt. Auch wenn es nicht immer leicht fällt mit den Interpretationen nicht die Bodenhaftung zu verlieren - Viel Spaß Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender

Zurück zu Chichén Itzá. Ein weiteres nett anzusehendes Bauwerk ist das große Poleta Spielfeld. Poleta ist eines der ältesten professionellen Ballspiele dieses Kontinents und war ein überaus ernstzunehmendes Ereignis, das in zahlreichen Varianten gespielt wurde. Sinn war es einen harten Gummi Ball (Kautschuk oder ähnliches) durch einen an einer Wand verankerten Steinring hindurch zu befördern. Ellbogen, Knie, Hüften waren dabei die Impulsgeber, Kontakt mit den Händen oder Füßen war verboten. Es wird vermutet das diese Spiele zur Entscheidungsfindung bei kritischen Fragen politischer oder religiöser Natur ausgetragen wurden. Nun, fest steht, dass häufig zum Ende des Spiels ein oder mehrere Spieler „geopfert” wurden, ob aus dem Sieger- oder Verliererteam ist jedoch unklar.

Apropos Opfer, die Hauptwasserquellen für Chichén Itzás waren einige nahe Cenoten. Eine die heute durch ihr extrem grüngelbes Wasser auffällt haben wir besucht. In ihr wurden zahlreiche Knochen, auch von Kindern, gefunden. Auf einer Tafel wird behauptet die Mayas hätten dort Knochen geopfert… so, so… wer einen Blick in die noch erhaltenen bebilderten „Codex” wirft, wird dort ständig auf blutige Rituale stoßen. Ich persönlich glaube nicht das da „nur” Knochen rein geworfen wurden Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender
Ui, schon so viel geschrieben… Ok, ich mach’s jetzt kurz. Das Observatorium Chichén Itzás, weist wie alle gehobenen Bauwerke dieser Zeit eine interessante Ausrichtung gen Himmel, im Speziellen zur Venus auf. Das schöne ist, dass man speziell dieses Gebäude ohne Kenntnis sofort als solches erkennt. Na, wer findet es?

  • Mexiko Maya Kalender Maya Chichen Itza 2012  Chichén Itzá & Exkurs zum Maya Kalender

Thema: Motiv Serien, Perspektiven | Kommentare (1) | Autor: Ahmed

Der Stand der Dinge

Mittwoch, 15. Juli 2009 18:59

Nach einem weiterem Monstertrip: USA (Kauai → Ohahu → Phoenix) → Mexico (Hermosilo → Cancun) → Cuba (Habana). Haben wir recht schnell eine Unterkunft mitten in der Action Old Habanas (San Rafael, 1.5 km vom Capitolio entfernt), gefunden. Eine der so genannten Casa Particulares, das sind Unterkünfte die hiesige Familien in ihren eigenen vier Wänden mit staatlicher Genehmigung an Fremde vermieten. Die staatliche Auflage ist, das es nicht mehr als zwei Zimmer sein dürfen die vermietet werden. Dafür muss die Familie jeden Monat eine Lizenzgebühr von 300 CUC an den Staat abgeben. Wir zahlen 25CUC pro Nacht für das Zimmer mit Bad und Frühstück. Man kann leicht errechnen ab wann sich dieses Unternehmen erst amortisiert. Es ist jedoch nicht so, dass die Casa Particulares jederzeit voll gebucht sind - im Gegenteil. Der Blick auf die Liste unserer Gastfamilie sah Recht lückenhaft aus.

CUC oder Peso Convertible ist die alternative harte Währung Cubas, für die man hier quasi alles bekommt. Ein CUC ist in etwa 1US$ bzw. etwa 24 Pesos der Nationalen Währung wert. Der nationale Peso ist im großen und ganzen den Einheimischen vorbehalten. Möchte man etwas kaufen, so wird man sobald man als Tourist identifiziert ist um CUC gebeten. Der Wunsch nach CUC ist verständlich, da das durchschnittliche Monatseinkommen hier etwa 300 kubanische Pesos also etwa 12 CUC beträgt. Jeder CUC den man hier einem Touristen abknöpfen kann steigert das Einkommen zum einen enorm und eröffnet zum anderen natürlich auch die Türen zu den gut sortierten Läden jeglicher Couleur die bevorzugt oder gar nur CUC akzeptieren. Ein bisschen wie in der ehemaligen DDR mit der DM und dem sonstigen dort genutzten „Spielgeld”.
Nach dem wir die ersten Tage ein wenig durch die Gegend Habanas getingelt sind und uns diese faszinierende Stadt angeschaut haben, den letzten real existierenden kommunistischen Staat der westlichen Hemisphäre (schon sehr reizvoll, zu Zeiten einer akuten internationalen ökonomischen Krise) beschnuppert haben, haben wir kurzerhand beschlossen die nächsten Wochen bis Ende des Monats ebenfalls hier zu bleiben - in Habana. Warum? Um spanisch zu lernen! Ja, hier und vor allem fast im ganzen Rest Süd-Amerikas (in dem wir noch gute 5 Monate unterwegs sein werden) ist schlicht und ergreifend spanisch angesagt. Gerade wenn man jenseits der Resort Anlagen unterwegs ist, was speziell für Cuba, aber auch generell bedeutet, das Land und vor allem die Leute „wirklich” kennen zu lernen, ist die Landessprache nun mal der Zugangsschlüssel schlechthin. Außerdem ist selbstverständlich jede zusätzliche Sprache die man auch nur im Ansatz beherrscht sehr wohlgefällig in einem, einer Bewerbung beigefügtem, Lebenslauf Cuba  Der Stand der Dinge
Was heißt das für die kommenden Wochen? Nun, das mit dem Internet ist in Cuba ein wirkliches Problem, sogar in einer Stadt wie Habana in der es eigentlich alles gibt. Nicht nur das Internetstationen rar sind, sie sind auch unheimlich teuer - geradezu ein dekadentes Privileg. Diese paar Zeilen, das Hochladen der letzten Motiv Serien und das prüfen unserer E-Mails werden uns etwa 28 CUC kosten. Das pflegen der Nachrichten und ein paar Fotos haben somit den Gegenwert einer Übernachtung mit Frühstück, oder zwei Monatsgehälter eines Cubaneros. Miese Sache - oder?
Wir hoffen der werte Leser bzw. die Leserin, hat diesbezüglich Verständnis und ein wenig Geduld. Wir werden alles zu Cuba ergänzen, wenn wir die entsprechende Verbindung zu akzeptablen Preisen vorfinden. Trotz allem ist es hier bisher echt klasse, jeder Tag ein kleines bisschen Abenteuer. Bis dahin, Hasta luego!
  • Cuba  Der Stand der Dinge

Thema: Alltag, Perspektiven, Unterwegs | Kommentare (0) | Autor: Ahmed

Was!? Schon drei Monate unterwegs?

Mittwoch, 22. April 2009 15:15

Tatsächlich. Nunmehr drei Monate sind seit Beginn unseres Schulausfluges vergangen und wir haben das Kapitel Südostasien damit quasi abgeschlossen. Aus der das-Glas-ist-bald-halb-leer Perspektive ist das unheimlich schade, da dies bereits ein Viertel der geplanten Zeit ist. Andererseits können wir uns beide an keine drei Monate unseres bisherigen Lebens erinnern die so konzentriert neues, beeindruckendes, sehenswertes aber auch bedrückendes und erschreckendes mit sich gebracht haben. Uns kommt es so vor als wären wir ob der Fülle der Einrücke schon ein ganzes Jahr unterwegs. Eindrücke nicht aus TV oder in anderen Medien die durch die x-te Hand beeinflusst wurden, sondern live erlebte. Das Hirn und die Sinne arbeiten hier auf positiv prickelnde Art und Weise auf Hochtouren. Die Lernkurve wie man sich den verschiedenen Umständen und den dabei zu Tage tretenden Kontrasten und Problemen am besten anpasst war diesbezüglich enorm steil. Sicher kann man auch ohne diese Erfahrungen einfach so sein, aber nun, da wir die seelisch sehr wohlschmeckende Frucht der „unabhängigen intensiven Langzeitreise“ gekostet haben, wissen wir dass wir bis zum Begin der Reise etwas sehr fundamentales neben dem Aspekt der vielfältigen natürlichen Schönheit dieser Erde verpasst haben. Zum einen hautnah mitzuerleben wie sich die große Mehrheit von Menschen jenseits unserer westlichen Realität organisiert, anpasst, sich trotz aller Widrigkeiten zurechtfindet und dabei häufig viel glücklicher wirkt als wir es waren. Zum anderen das Gefühl sich weitestgehend vollständig frei zu fühlen und auch so zu handeln. Das dieses Gefühl natürlich in doppeltem Sinne nur auf Grund unseres bisherigen mehr oder weniger selbst gewählten Lebenswandels (berufliches, äußerst unfreies Rat-Race und entsprechende finanzieller Vergütung die hier richtig richtig viel Geld darstellt) möglich ist, ist uns dabei vollkommen klar.
Natürlich hatten wir innerhalb dieses Rahmens den einen oder anderen romantischen Ausstiegsgedanken. Aber schon zwei Minuten später wieder verworfen, da - machen wir uns nix vor - dieser mit unseren finanziellen Mittel sehr wahrscheinlich endgültig wäre. Denn sobald man in die Spirale der lokalen Währung gerät, dass heißt die lokale Währung nach lokalen Maßstäben und Lohnniveau (Südostasien besteht fast ausschließlich aus Low Cost Countries) verdient, hat sich das mit dem Reisen sehr wahrscheinlich und das mit der Freiheit garantiert ein für alle mal erledigt. Zwar sehen wir, wie oben kurz angesprochen, hier trotz aller Widrigkeiten Tag täglich richtig glückliche und zufriedene Menschen, jedoch verschließt sich uns der Zugang zu diesem Glück, dass maßgeblich auf simplen tief verwurzelten Familienwerten beruht. Unser emotionales Fundament, antrainiert durch westliche, aufgeklärte Wohlstandssozialisation, auf Basis von ständigem materiellem Wettbewerb und Selbstverwirklichung, wurde durch diese drei Monate jedenfalls nicht erschüttert. Wir könnten  uns mit diesem „simplen“ Glück nicht zufrieden geben. Wir wissen (noch) nicht ob das für uns  persönlich gut oder schlecht ist. Wir wissen nur, dass weder unsere bisherige Wertevorstellung, noch die hier erlebte uns jede für sich alleine zufrieden stellen würde. Die wahrscheinlichste, geradezu trivial klingende Möglichkeit wird es sein eine Balance zwischen den zwei Aspekten zu leben.
Nach den ersten drei Monaten hier würden wir uns mit folgendem Zustand wohl in (recht opportuner) Balance befinden: Eine Arbeit und Lebensmittelpunkt im westlichen Wohlstand und so oft es geht das Geld was dort verdient wurde in Südostasien ausgeben. Irgendwann wenn es sich ausgearbeitet hat, evtl. den Lebensmittelpunkt vollständig nach Südostasien verlegen.
Hoppla. Das ist ja mal was gaaaaaanz Neues! Vietnam Thailand Malaysia Kambodscha Indonesien  Was!? Schon drei Monate unterwegs?

Na ja, genug geschwafelt. Wir haben noch drei Viertel der Zeit und mehrere Kontinente vor uns. Das nächste mal wenn wir hier berichten wird dies aus Down Under sein. High Cost Country - Hurra!?

  • Vietnam Thailand Malaysia Kambodscha Indonesien  Was!? Schon drei Monate unterwegs?

Thema: Abschied, Perspektiven, Unterwegs | Kommentare (0) | Autor: Ahmed