Beitrags-Archiv für die Kategory 'Unterwegs'

Wintereinbruch in Dunedin

Mittwoch, 24. Juni 2009 8:18

Eigentlich schon fast am Ende unserer Reise – es galt nur noch in den letzten 3 Tagen die Westküste bis Christchurch zu fahren – haben wir dann doch noch den erste Wintereinbruch mit Schneechaos miterleben dürfen.

Den Wettervorhersagen im Radio zur Folge haben wir bereits beschlossen nicht in Dunedin zu übernachten, sondern die Steigungen des Hgw 1 rund um die Stadt bereits hinter uns zu bringen bevor der Schnee kommen sollte. Ich würde sagen ein ziemlich guter Plan – hätten wir auch den letzten Hügel mit bedacht Südinsel Neuseeland  Wintereinbruch in Dunedin So konnten wir zwar ohne größere Probleme am Morgen losfahren sind dann aber tatsächlich auf dem letzten Hügel hinter Dunedin rücklings vom Schnee erwischt worden! Zusammen mit all den anderen Trucks, Nicht-4WD-lern, und Nicht-Schneeketten Besitzern – galt es uns millimeterweise nach vorne bzw. oben zu bewegen. Ein aussichtsloses Unterfangen wie sich herausstellte. Zu Beginn noch ziemlich sauer, denn wir hatten bei der Anmietung des Campervans wohlweislich Schneeketten „for free“ ausgehandelt, die wir dann allerdings nicht ausgehändigt bekamen, da gerade keine vorrätig waren (ne is klar!). Mit fortschreitender Zeit allerdings (wir mussten das Fahren leider schon lange aufgeben und standen bereits auf der Fahrbahn) hatten sich weitere Fahrzeuge kreuz und quer auf der Fahrbahn festgefahren. Der Schneefall wollte zwar nicht aufhören aber mit hervortretender Sonne und allen Fahrern versammelt auf der Straße – hatten wir wiederum das große Glück einen Campervan mit Gas und frischen Lebensmitteln zu haben. Und so fanden wir uns bald mitten auf dem Highway in einer Gruppe „fest gefahrener“ mit frischem heißen Kaffee und nettem Plauschs. Selbst als der Straßendienst kam, erhielt auch er erstmal einen heißen Kaffee bevor er uns dann über den letzten Hügel schob und wir als - wäre nichts gewesen - wieder der Sonne entgegen fuhren…

  • Südinsel Neuseeland  Wintereinbruch in Dunedin

Thema: Unterwegs | Kommentare (0) | Autor: Martina

Kiwis!

Dienstag, 9. Juni 2009 8:41

Was für Glückspilze wir doch sind, wir konnten Kiwis in freier Wildbahn erleben. Am Tage!
Hier sehen wir ein stattliches Männchen, das sein Revier auf der Suche nach Nahrung durchstreift. Wie angewurzelt hält es kurz inne als es ein Kiwi Weibchen entdeckt, um ihr kurz darauf mit einem komplizierten Tanz um sie herum, seine Paarungsabsicht zu vermitteln. Mit Erfolg, es kommt zu Paarung. Direkt danach trennen sich die Wege der Artgenossen jedoch wieder.
Kurz darauf, noch während unserer Beobachtungen, kam es jedoch zu einem tragischen – aber typischen – tödlichen Autounfall. Uns geht es gut, die Kiwi hat es erwischt.

  • Nordinsel Neuseeland  Kiwis!

Thema: Unterwegs | Kommentare (7) | Autor: Ahmed

News must be fresh!

Mittwoch, 27. Mai 2009 12:09

Kurze Version: Wir leben noch und sind putzmunter. Sind in Auckland/Neuseeland. Australien Bilder und Berichte kommen heute und morgen.

Lange Version: Nach dem Gazetten Leitmotto sind wir mit unserem Blog wohl ganz weit hinten. Eventuell ist ein Blog für Budgetreisende, die selten mehr als drei Tage an einem Ort sind, ohnehin einfach das falsche Medium, da ein gut gepflegter Blog mit aktuellen Beiträgen mindestens Strom und eine Internetverbindung benötigt. In der Regel zwei Dinge die man nicht einfach so mit sich im Rucksack herum trägt – schon gar nicht irgendwo im australischen Busch.
Diesbezüglich bitten wir die lange Funkstille in den letzten Wochen zu entschuldigen. Wie in den letzten Artikeln angekündigt, haben wir uns für Australien einen Campervan genehmigt, um in den Genuss des Maximums an Flexibilität und des Minimums an Hostel-Abi-das-erst-mal-von Zuhause-weg-Teenangern zu kommen. Im Nachgang eine ausgezeichnete Entscheidung. Australien und Campervan passt wie Arsch auf Eimer.
Miete? Günstig! Ca. 15€ am Tag. Sprit? Günstig! Ca. 0,5€ pro Liter. Stellplätze? WC? Dusche? Überall! Ja wirklich, an jeder noch so abgelegenen Ecke gibt es i.d.R. tip-top gepflegte öffentliche Toiletten, Frischwasserversorgung, Parkanlagen oder explizite Campgrounds bzw. Caravanparks. Gerade Queensland legt hier richtig gut vor. Einfach vor der Fahrt die kostenfreie staatliche Straßenkarte besorgen. Hier sind nur für Queensland ca. 1000 Rastmöglichkeiten eingezeichnet. Klar muss man Abstriche bzgl. des Komforts machen, aber da gewöhnt man sich recht schnell daran. Wir haben in der ganzen Zeit nicht einmal irgendwo „eingecheckt“. Wir sind lediglich mal hier und da in einen bezahlten Caravanpark geschlichen, um die Waschmaschinen oder Duschen zu nutzten wenn es nichts anderes kostenfreies im Umkreis gab Australien  News must be fresh!
Flexibilität? Hier mussten wir ein wenig Freiheit einbüßen, da wir leider keinen Allradantrieb hatten. Man kommt zwar recht gut klar mit einem 2WD, aber die wirklich Interessanten Ecken wie das nördliche Cape York und einige Regenwald- und Küsten-Nationalparks - die neben schlammigen Dschungel Pfaden auch den Strand  als „befahrbare Straße“ inkludieren - sind ausschließlich mit einem 4WD zugänglich. Nun ja, die eine oder andere „unsealed road“ haben wir trotz mal im Sand oder Schlamm „steckenbleibens“  auch mit unserem Van gemeistert, aber die Empfehlung ist definitiv ein 4WD zu nutzen.
Bzgl. des Wetters hatten wir leider nicht so viel Glück. Regen, Regen und nochmals Regen. Im Regenwald war es ja noch lustig und quasi nach Plan, aber irgendwann ging das non-stop Geprassel schon an die Nerven. Tatsächlich war das Wetter sehr außergewöhnlich nass für die Jahreszeit (Trockenzeit und noch zudem laut Reiseführer beste Reisezeit des Jahres), wie uns die Einheimischen und die Flutwarnungen im Radio mehrfach bestätigten. Anderseits hatten wir so mehr als einmal die Campgrounds einiger Nationalparks ganz für uns alleine. Im Übrigen anfangs keine so entspannte Erfahrung, ohne Strom und Licht, bei der Fülle an unbekannten Geräuschen die die im Regenwald beheimatete Tierwelt in der Nacht so produziert…

Tja, mittlerweile sind wir schon reich an Campervan-Erfahrung (z.B. hat McDonnald überall kostenfreies WiFi) über Sydney in Neuseeland (Auckland) angekommen und planen das gleiche Programm für die zwei großen Kiwi Inseln (Süd- und Nord-Inseln). Im Laufe der nächsten zwei Tage werden erste Bilder und Berichte für die vergangenen Wochen in Australien folgen. Wie die Bilder zeigen, haben wir die wenigen Sonnenmomente jedenfalls gut genutzt.

  • Australien  News must be fresh!

Thema: Unterwegs | Kommentare (0) | Autor: Ahmed

Australien - sind wir schon “down under”?

Freitag, 1. Mai 2009 14:30

Australien  Australien   sind wir schon down under?

Wir haben es geschafft. Nach einem unsäglichen, nahezu 48 stündigen Monstertrip, gestartet auf Bali, mit Bus, Flugzeug, Taxi, Bahn(The Ghan!) in Bewegung und immer wieder durch mehrstündige Wartezeiten unterbrochen, befanden wir uns endlich mitten im roten Herzen Australiens. Genauer gesagt in Alice Springs. Was tatsächlich eine ordentliche Kleinstadt mit ca. 28.000 Einwohnern ist, mitten im Nirgendwo aber auch genau in der Mitte dieses riesigen Kontinents liegt und als eine Art Basisstation für nahezu den gesamten Tourismus (z.b. auch bzgl. Uluru bzw. Ayers Rock) in der Gegend fungiert.

Was für ein krasses Kontrastprogramm! Bestens an das asiatische Klima, die Küche und den dortigen allgemeinen „Standard” angepasst, irritierte insbesondere unsere Haut zunächst die unglaublich trockenen Luft der südlichen Northern Territories, aber noch viel mehr der Wiedereintritt in den hiesigen westlichen Lebensstandard - wenn man nicht gerade Aboriginal ist. Unseren ersten Ausflug unternahmen wir in eine Shopping Mall, genauer gesagt in einen der größeren mit unseren „real,- Märketen” vergleichbaren Supermärkte (Coles) - und er dauerte volle 3,5 Stunden! Nicht etwa weil wir so eine weite Anfahrt hatten - nein nein, es waren nur zehn Minuten Fußweg - sondern weil uns nach langer Enthaltsamkeit diese riesigen Gänge mit dieser gigantischen Auswahl an Lebensmitteln einfach umgehauen haben. Wir kamen uns vor wie im Schlaraffenland und sind hoch erfreut mit drei Tüten „Lebensmitteltünnes” wie 800Gramm Schokohefeteigklöße und gebackenen Kortoffeldingern mit Sauerrahm- und Schnittlauchgeschmack in unser Hostel zurückgehrt - um uns dort erfolgreich den Magen zu verstimmen. Kein Problem! Toiletten mit Papier (aber leider ohne die lieb gewonnen „Arschdusche”), warmes Wasser am Waschbecken und auch in der Dusche bügelten das schnell wieder aus.
Die nächsten Tage verbrachten wir mit den hier üblichen Ausflügen ins Outback, die von Kaffefahrt bis Buschcamping-Lagerfeuer-Outbackschlafen mit sensationellem Sternenhimmel recht abwechslungsreich waren. Mehr dazu schon bald in den Motiv Serien.

 

Was kann man bisher so über Australien, insbesondere über das Northern Territory sagen?
Wir werden ehrlich sein. Es ist riesig (6xDeutschland) und flach, es ist Landschaftlich insbesondere im Süden sehr eintönig bis langweilig, die Tierwelt ist vielfältig aber größtenteils nachtaktiv und somit bis auf Kamele, Esel, Kängurus und einigen Raubvögeln die sich auf „fresh Roadkill” spezialisiert haben unsichtbar. Kultur jenseits der der Ureinwohner (die mehr oder weniger versteckt und abgeschieden leben) existiert de-facto nicht, was nicht wirklich verwunderlich ist aber mal erwähnt werden sollte. Die jetzigen Bewohner der NT (ca. 200.000 insgesamt) sind herbe, derbe Persönlichkeiten aber i.d.r. mit ausgesprochen ausgeprägten Sinn für Ironie und Humor gesegnet. Den brauchen wir hier auch, wir sind schockiert über die Kosten die man hier hat! Ein Work-Visa ist uns auf Grund unseres Alters (>30) leider nicht gestattet, sodass wir hier jeden Cent zweimal umdrehen müssen.
Nochmal, Australien ist riesig. Die Entfernungen die man hier für Sehenswertes zurücklegt sind dementsprechend enorm, was die Sinnhaftigkeit dieser Ausflüge häufig in Frage stellt. Australien ist voll von Deutschen Urlaubern und Touristen, sie sind wirklich überall! Ein Großteil dieser Leute ist unter 20 und mit dem Rucksack unterwegs. Ein Aufenthalt in einem klassischen Backpacker-Hostel katapultiert einen bzgl. der Ausstattung, des Publikums, des Verhaltens und den dort stattfinden naiven Gesprächen direkt in ein deutsches Studentenwohnheim voll von Erstsemestern.

Echt niedlich Australien  Australien   sind wir schon down under? Diese ganzen Abi-Teenager, die offensichtlich nur hier sind weil sie zu allererst und dringend einfach mal möglichst weit von dem Zuhause und den Eltern weg wollten, dabei für das Alibi ein wenig englisch (und die „Australische Kultur”?) lernen, und sich nach einem Monat „Selbständigkeit” in der „coolen Wildniss Australiens” - mit all dem hohen Standard in ihren Gruppen - vorkommen wie die Könige der Welt… Naja, vielleicht sind sie es ja und wahrscheinlich waren wir auch mal so. Es sei ihnen gegönnt. Es lebe das Freiheitsstreben und das Gefühl der Jugend! Wir verziehen uns aber trotzdem für die nächsten Wochen weg von den Studentenwohn… sorry, natürlich Hostels in einen eigenen Campervan Australien  Australien   sind wir schon down under? Schon morgen werden wir uns, wenn alles klappt, Richtung Ostküste (Cairns) bewegen, um endlich mal wieder am so lieb gewonnenen Meer zu sein - Great Barrier Reef, wir kommen!

  • Australien  Australien   sind wir schon down under?

Thema: Unterwegs | Kommentare (10) | Autor: Ahmed

Was!? Schon drei Monate unterwegs?

Mittwoch, 22. April 2009 15:15

Tatsächlich. Nunmehr drei Monate sind seit Beginn unseres Schulausfluges vergangen und wir haben das Kapitel Südostasien damit quasi abgeschlossen. Aus der das-Glas-ist-bald-halb-leer Perspektive ist das unheimlich schade, da dies bereits ein Viertel der geplanten Zeit ist. Andererseits können wir uns beide an keine drei Monate unseres bisherigen Lebens erinnern die so konzentriert neues, beeindruckendes, sehenswertes aber auch bedrückendes und erschreckendes mit sich gebracht haben. Uns kommt es so vor als wären wir ob der Fülle der Einrücke schon ein ganzes Jahr unterwegs. Eindrücke nicht aus TV oder in anderen Medien die durch die x-te Hand beeinflusst wurden, sondern live erlebte. Das Hirn und die Sinne arbeiten hier auf positiv prickelnde Art und Weise auf Hochtouren. Die Lernkurve wie man sich den verschiedenen Umständen und den dabei zu Tage tretenden Kontrasten und Problemen am besten anpasst war diesbezüglich enorm steil. Sicher kann man auch ohne diese Erfahrungen einfach so sein, aber nun, da wir die seelisch sehr wohlschmeckende Frucht der „unabhängigen intensiven Langzeitreise“ gekostet haben, wissen wir dass wir bis zum Begin der Reise etwas sehr fundamentales neben dem Aspekt der vielfältigen natürlichen Schönheit dieser Erde verpasst haben. Zum einen hautnah mitzuerleben wie sich die große Mehrheit von Menschen jenseits unserer westlichen Realität organisiert, anpasst, sich trotz aller Widrigkeiten zurechtfindet und dabei häufig viel glücklicher wirkt als wir es waren. Zum anderen das Gefühl sich weitestgehend vollständig frei zu fühlen und auch so zu handeln. Das dieses Gefühl natürlich in doppeltem Sinne nur auf Grund unseres bisherigen mehr oder weniger selbst gewählten Lebenswandels (berufliches, äußerst unfreies Rat-Race und entsprechende finanzieller Vergütung die hier richtig richtig viel Geld darstellt) möglich ist, ist uns dabei vollkommen klar.
Natürlich hatten wir innerhalb dieses Rahmens den einen oder anderen romantischen Ausstiegsgedanken. Aber schon zwei Minuten später wieder verworfen, da - machen wir uns nix vor - dieser mit unseren finanziellen Mittel sehr wahrscheinlich endgültig wäre. Denn sobald man in die Spirale der lokalen Währung gerät, dass heißt die lokale Währung nach lokalen Maßstäben und Lohnniveau (Südostasien besteht fast ausschließlich aus Low Cost Countries) verdient, hat sich das mit dem Reisen sehr wahrscheinlich und das mit der Freiheit garantiert ein für alle mal erledigt. Zwar sehen wir, wie oben kurz angesprochen, hier trotz aller Widrigkeiten Tag täglich richtig glückliche und zufriedene Menschen, jedoch verschließt sich uns der Zugang zu diesem Glück, dass maßgeblich auf simplen tief verwurzelten Familienwerten beruht. Unser emotionales Fundament, antrainiert durch westliche, aufgeklärte Wohlstandssozialisation, auf Basis von ständigem materiellem Wettbewerb und Selbstverwirklichung, wurde durch diese drei Monate jedenfalls nicht erschüttert. Wir könnten  uns mit diesem „simplen“ Glück nicht zufrieden geben. Wir wissen (noch) nicht ob das für uns  persönlich gut oder schlecht ist. Wir wissen nur, dass weder unsere bisherige Wertevorstellung, noch die hier erlebte uns jede für sich alleine zufrieden stellen würde. Die wahrscheinlichste, geradezu trivial klingende Möglichkeit wird es sein eine Balance zwischen den zwei Aspekten zu leben.
Nach den ersten drei Monaten hier würden wir uns mit folgendem Zustand wohl in (recht opportuner) Balance befinden: Eine Arbeit und Lebensmittelpunkt im westlichen Wohlstand und so oft es geht das Geld was dort verdient wurde in Südostasien ausgeben. Irgendwann wenn es sich ausgearbeitet hat, evtl. den Lebensmittelpunkt vollständig nach Südostasien verlegen.
Hoppla. Das ist ja mal was gaaaaaanz Neues! Vietnam Thailand Malaysia Kambodscha Indonesien  Was!? Schon drei Monate unterwegs?

Na ja, genug geschwafelt. Wir haben noch drei Viertel der Zeit und mehrere Kontinente vor uns. Das nächste mal wenn wir hier berichten wird dies aus Down Under sein. High Cost Country - Hurra!?

  • Vietnam Thailand Malaysia Kambodscha Indonesien  Was!? Schon drei Monate unterwegs?

Thema: Abschied, Perspektiven, Unterwegs | Kommentare (0) | Autor: Ahmed