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Isla Taquile

Donnerstag, 18. Februar 2010 7:00

Nach Frühstück und kleinem Hike mit unserer Gastfamilie zum Hafen auf Amantani ging es mit dem Boot weiter zur Isla Taquile. Diese nur 7km² große Insel ist nachweislich seit Jahrtausenden bewohnt und ein beliebte Ausflugsziel im Titikakasee. Eine eng zusammenstehende, sehr traditionsbewusste Bevölkerung kommt hier ohne Polizei oder Gericht aus. Dafür gibt es so genannte „Leader“ - sieben an der Zahl, erkennbar an ihren Mützen. Wobei jeder Mann ein mal zu Lebzeiten „Leader“ sein darf. Es wird ein sehr kooperativer Lebensstil gepflegt, so gibt es hier z.B. keinen Preis Wettbewerb. Dinge wie die traditionellen Strickereien, vornehmlich von Männer gefertigt (ja wirklich strickende Männer an jeder Ecke), tragen alle ein Schild mit dem gleichen Preis, der einzige Unterschied ist der Name des Künstlers. Somit setzt sich hier vor allem eins durch: Qualität. Das gleiche gilt für Restaurants. Vom Hafen führt der einzige Weg mit einer halben Inselumrundung hoch zum Stadtzentrum. Hier gibt es dann die Künstlerhalle, Restaurants und kleine Tiendas. Eine wirklich malerische Insel, die wie so noch nicht erlebt haben. Vor allem die sozialen Aspekte sind interessant. Wir kennen all zu gut die (unsere westliche) Einstellung: Heute ich, morgen ich, übermorgen auch ich. Das Motto hier ist jedoch: Heute ich, morgen du, übermorgen ein anderer. Angeblich gibt es hier auch keine Scheidungen, das Geheimnis dahinter ließ sich jedoch auf die Schnelle nicht lüften. Hat wohl etwas mit einer langen, offiziellen „Testzeit“ zu tun. Was für so traditionelle Leute eine recht moderne Einstellung ist.
Wenn man sich für einen Inselbesuch entscheiden müsste, sollte man hier an Land gehen. Vor allem wenn man vor hat ein „echtes“ Souvenir zu kaufen.
Na ja, wir gehen jetzt erstaml richtig in Puno feiern und melden uns wahrscheinlich das naechste mal aus Bolivien.
Bis dahin!

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Isla Amantaní

Mittwoch, 17. Februar 2010 7:00

Von den Uros ging es direkt weiter zur größten Insel im See auf peruanischer Seite, der Isla Amantaní. Hier haben wir eine Nacht mit einem weiteren peruanischen Pärchen bei den Quechua Einheimischen verbracht. Was sich als außerordentlich lustig, aber auch bezüglich der Unterkunft, des Essens, der Schlafstätte genauso rudimentär erwies. Das war jedoch keine Show, man lebt hier wirklich so. Unsere Gastfamilie zeigte sich ausgesprochen dankbar für unsere Gastgeschenke wie Öl, Milch, Kakao und Obst. Die Sehenswürdigkeiten der Insel, z.B. zwei Tempel auf den Spitzen der Insel haben wir ob des frostigen Windes und Regens im Eiltempo besichtigt und ein nächtliche Tanzveranstaltung mit Bier „Cusqueno“ war ebenfalls außerordentlich hilfreich beim Erzeugen von erschöpfter Müdigkeit und Wärmegefühl, so dass das Schlafen in der Kälte auf einer unförmigen Matratze kein Problem mehr dar stellte. Diese Nachtruhe auf der Insel, ohne Hunde, TV und Radio… muss man mal „gehört“ haben. Dieser klare, zum Greifen nahe Sternenhimmel, sensationell!

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Die Floating Islands und die Uros

Dienstag, 16. Februar 2010 7:00

Vorne weg: Sie sind wirklich einmalig aber auf der Rangliste der nur noch für Touristen existierenden Sehenswürdigkeiten rangieren die Floating Islands wohl direkt hinter den Floating Markets in Thailand.
Die Uros, von denen es nur noch einige hundert gibt, leben seit Jahrhunderten auf diesen selbst gebauten schwimmenden Inseln. Ihr Leben rankt sich komplett um die schilfartige „Totora“-Pflanze, die in den seichten Gebieten des Titikakasees wächst. Sie essen sie (neben Fisch) und flechten ihre Inseln, Häuser, Boote sowie Souvenirs aus ihr. So haben sie vor langer Zeit eine autarke Lebensweise auf dem See entwickelt die sie vor dem Einfluss der Inka und anderen Versuchen der Assimilation schützte. Heutzutage haben sie sich (natürlich) wild gemischt und die meisten ziehen verständlicherweise ein Leben auf dem Festland mit all dem Komfort dem kargen ursprünglichen Inselleben vor. Puno, eine große peruanische Stadt liegt in Sichtweite, 45Minuten mit dem Boot entfernt. Trotzdem gibt es eben noch einige der schwimmenden Inseln, deren Bewohner sich darauf spezialisiert haben für den Lebensunterhalt eine Touristenshow zu veranstalten. Hier wird gezeigt wie die traditionelle Lebensart war und noch in Teilen ist. Dann kann man “ihre” Souvenirs kaufen, bei denen aber (vor allem bei den Stickereien) bezweifelt werden darf ob sie wirklich hier noch von Hand gemacht sind. Ich hab mir sagen lassen das Chinesen-Hände mit Transport günstiger produzieren als Uros Hände - aber die Motive sind zumindest Uros. Einen großen Vorteil (zweifelhaft) hat die Klischee-Show Sache aber, es lässt sich auf den Insel völlig hemmungslos alles weg-fotografieren. Das gehört quasi zum Deal. Heraus kommen dann natürlich auch Klischee Fotos. Titicaca Peru  Die Floating Islands und die Uros Macht schon Spass, solange man nicht erwartet das man jetzt wirklich auf „Eingeborene“ trifft lohnt sich ein Besuch.

Anmerkung am Rande: Strom wird hier umweltfreundlich mit Solarzellen erzeugt. Schaut lustig aus mit den Panelen vor den Hütten, siehe Bild 2, links. Bei den Details muss man halt ein wenig weg schauen. Und sie geben sich wirklich Mühe ursprünglich zu wirken, sie verstecken sogar die Cola Plastik Flaschen in ihren Häusern hinter Ballen von Totora.

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Titikakasee, ach echt jetzt?

Montag, 15. Februar 2010 7:00

So schaut er also aus der Titikakasee. Ok, er ist der höchste „befahrbare“ See Südamerikas und er ist verdammt groß. Die Luft ist klar und lässt Blicke bis nach Boliven zu… aber sonst… nach den zahlreichen „Fantasy“-Seen die wir bisher erleben durften war uns hier zunächst nur ein Gähnen zu entlocken. Nun, um dieses voreilige Statement zu relativieren haben wir noch einen Trip zu den Floating Islands der Uros (hiesige Ureinwohner des Sees) und zwei Inseln gebucht. Wir sind gespannt.
Tips für den Besuch: Sonnencreme. Die Luft ist zwar kühl, aber die Sonne brennt erbarmungslos.

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Cruz del Cóndor

Samstag, 13. Februar 2010 7:00

Gegen Mittag des zweiten Tages hatten wir es dann geschafft. Wir standen endlich an einem sehr sehr, sehr hohen Felsabhang, nur übertrumpft von der gegenüber liegenden, bzw. stehenden, Felswand des Canyon Colca. Über 3.100m geht es hier in die Tiefe und der Canyon ist hier recht eng, was die Tiefe nochmals betont. Nach dem wir uns an diesen Anblick und die Höhe etwas gewöhnt hatten, legten wir uns so gleich auf die Lauer und… wurden prompt belohnt! Ja wirklich, zahllose Touristen müssen diesen Platz unverrichteter Dinge verlassen, uns zeigte sich nach 15 Minuten gleich eine ganze Condor Familie. Einer nach dem anderen zogen die (bis zu 3,25m Spannweite großen und bis zu 70 Jahre alten) Aasfresser anmutig ihre Bahnen und kreuzten unseren Blick in nur 15m Distanz. Fast zum greifen nahe, wäre da nicht der bodenlose Abgrund. Anbei einige Schnappschüsse.
Hatten wir hier Glück mit den Vögeln, hatten wir vorher das Pech das der Autofokus meiner Kamera (bzw. des Objektivs) in den letzten Tagen den Geist aufgegeben hat. Scharf ist was anderes, aber von Hand bei einem sich bewegenden Objekt… Na ja, dass muss ich jetzt halt üben. Ersatzobjektive auf die Schnelle gibt’s erst wieder in Ländern und Städten mit gut betuchten Endkunden.

Auf dem Rückweg haben wir noch bei einem Bergdrof namens Yanque Rast gemacht. Dort wurden wir Zeuge einer Beerdigung, die wir aber aus Pietätsgründen undokumentiert ließen. Ebenfalls unbeachtet sollten Touristen die Einheimischen lassen, die gefährdete Arten wie den Anden Adler, zur Schau stellen. Sehr traurig zu sehen, das auch „gebildete“ europäische Touristen diese Warnung einfach nicht verstehen (wollen) und fleißig dafür bezahlen sich mit dem gefangenen Vogel auf dem Arm oder Kopf ablichten zu können und somit dieses illegale Geschäft zu Lasten der wenig verbliebenen Tiere bestätigen und fördern. Nach dem Motto: „Coool! Condor und Adler im Fotoausflugsdoppelpack!“ *Knips,Knips,Knips*…

Bleibt zu sagen das der Ausflug recht schön war und empfehlenswert ist. Aber Achtung, wer hier groß Aktivität erwartet wird enttäuscht. Im wesentlichen ist es Busfahren, Essen, Fotografieren. Wer Aktivität möchte, sollte hier eigenständig herkommen. So lassen sich z.B. von Yanque aus wunderschöne Hikingausflüge in die Umgebung machen. Wir machen uns jetzt erst mal auf den Weg Richtung Puno, um den Titikakasee zu besuchen.
Bis dahin!

  • Peru Colca Canyon  Cruz del Cóndor

Thema: Motiv Serien | Kommentare (0) | Autor: Ahmed